Epstein-Affäre: Trump versucht abzulenken, doch der Skandal holt ihn ein
Epstein-Affäre: Trump versucht abzulenken, doch der Skandal holt ihn ein

Trotz seiner Bemühungen, die öffentliche Meinung auf andere Ziele zu lenken, Donald Trump kämpft darum, die Schockwellen einzudämmen, die die jüngsten Enthüllungen im Zusammenhang mit der Jeffrey-Epstein-Affäre ausgelöst haben. Der amerikanische Präsident, der oft Ablenkungsmanöver eingesetzt hat, um Kontroversen zu unterbinden, sieht sich diesmal mit einer Krise konfrontiert, die kein Slogan und keine Verschwörungstheorie verbergen kann.

Seit Dokumente und Zeugenaussagen, die hochrangige Persönlichkeiten aus Epsteins Missbrauchsnetzwerk belasten, wieder in den Medien aufgetaucht sind, versucht Trump, die Aufmerksamkeit auf andere mit der Affäre verbundene Personen zu lenken und fordert die Öffentlichkeit auf, sich auf die wahren Schuldigen zu konzentrieren. Er hat sich mehrfach gegen ehemalige Mitarbeiter oder politische Rivalen ausgesprochen – eine bewährte Taktik während seiner ersten Amtszeit. Doch dieses Mal scheinen die Ablenkungsversuche an ihre Grenzen gestoßen zu sein.

Seine Berater und die Kommunikationskanäle des Weißen Hauses haben Verschwörungstheorien wiederbelebt und behauptet, Trump sei Opfer einer Desinformationskampagne seiner Gegner. Das Weiße Haus bezeichnete die jüngsten Berichte über die Epstein-Affäre als „Fake News“ und verurteilte Medienmanipulationen, die den Präsidentschaftswahlkampf des scheidenden Präsidenten schädigen sollten.

Donald Trump, der Ende Mai die renommierte Militärakademie West Point besuchte, nutzte seine Abschlussrede sogar für Anspielungen auf seine „unsichtbaren Feinde“ und „dunklen Mächte“, die ihn zu Fall bringen wollten. Diese Aussagen, getragen von seiner treuen roten „Make America Great Again“-Mütze, fanden bei seinen glühendsten Anhängern großen Anklang, trugen aber wenig dazu bei, den allgemeinen Aufschrei der Öffentlichkeit zu beruhigen.

Während immer neue Beweise auftauchen und die Forderungen nach einer gründlichen Untersuchung lauter werden, verschärft sich die Kritik an der Trump-Regierung. Viele halten das pauschale Zurückweisen der Anschuldigungen und die systematische Suche nach Sündenböcken eher für panisch als für strategisch. Und in diesem angespannten Klima scheint Trumps Methode, das Blatt zu wenden, indem er anderswo Chaos stiftet, diesmal wirkungslos zu sein.