Die Schuluniform sollte Unterschiede abbauen und Spannungen in den Fluren abbauen. Ein Jahr nach dem Start des Pilotprojekts im Schuljahr 2024/2025 zeichnet die am Dienstag veröffentlichte erste Studie ein differenzierteres Bild: Fortschritte in einigen Bereichen, Rückschläge in anderen. Bildungsminister Édouard Geffray bezeichnet die Ergebnisse als „recht uneinheitlich“ und verfolgt einen vorsichtigen Ansatz: Er will das zweite Jahr abwarten, bevor er über die Fortsetzung des Programms entscheidet.
Das deutlichste Zeichen vor Ort ist das Zugehörigkeitsgefühl, insbesondere an Grundschulen: 75 % der Schulleiter geben an, seit der Einführung einheitlicher Schuluniformen eine positive Veränderung beobachtet zu haben. Diese positive Dynamik hat jedoch nachgelassen; nur noch 36 % berichten von einer Verbesserung. Die schulischen Leistungen haben sich hingegen kaum verändert, was der Minister vor der Nationalversammlung einräumte: „Es gibt nicht unbedingt Auswirkungen auf die schulischen Leistungen“, was im Laufe eines Jahres nicht überraschend ist.
Die Mitgliedschaft endet oft an der Klassenzimmertür.
An weiterführenden Schulen zeigen sich die Schulleiter aufgeschlossener: Von den 22 am Pilotprojekt teilnehmenden Schulen antworteten 16, 13 berichteten von einem gestärkten Zugehörigkeitsgefühl und 11 von einer Verbesserung des Schulklimas. Betrachtet man jedoch die akademischen Leistungen im engeren Sinne, schwächt sich diese positive Entwicklung ab: Sieben Schulleiter gaben ein verbessertes Arbeitsumfeld an, während nur fünf eine Verbesserung der Schülerleistungen feststellten. Anders ausgedrückt: Schuluniformen mögen zwar die Atmosphäre verbessern, führen aber nicht zwangsläufig zu höheren akademischen Standards.
Auffällig ist die Diskrepanz zu den Schülern, die deutlich kritischer sind. 57 % der Grundschüler geben an, die Schuluniform nicht gern zu tragen, 63 % der Mittelschüler fühlen sich darin unwohl und 61 % finden, sie passe nicht zu ihrem Mittelschulleben. Was Hänseleien aufgrund der Kleidung angeht, bemerken 43 % der Grundschüler weniger Kommentare, aber 45 % sagen, es habe sich nichts geändert; in der Mittelschule bemerken 38 % keine Auswirkungen und 36 % fühlen sich weniger frei. Die Uniform kaschiert nur einen Aspekt; die eigentlichen Merkmale verlagern sich oft einfach.
Die eigentliche, ganz konkrete Frage betrifft die Finanzierung und die weitere Vorgehensweise. Das Pilotprojekt, das Gabriel Attal im Herbst 2023 zur Förderung von „sozialer Gleichheit“ und eines besseren Schulklimas ankündigte, umfasste zu Beginn des letzten Schuljahres 97 Grundschulen, 14 Mittelschulen und vier Gymnasien. Die staatliche Kofinanzierung betrug 50 Prozent, maximal 100 Euro pro Schüler für die von Anfang an beteiligten Kommunen. Gewerkschaften wie die Snes-FSU sehen darin jedoch keine Wunderlösung und betonen, dass sich die Probleme einer Schule nicht mit einem Poloshirt lösen lassen. Das zweite Jahr wird zeigen, ob die Schuluniform ein sinnvolles Symbol bleibt oder stillschweigend in Vergessenheit gerät.
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