Der Stadtrat hat 52 Leiter von Freizeitaktivitäten wegen des Verdachts auf sexuelle oder sexistische Gewalt entlassen. Eine unabhängige Untersuchungskommission wurde eingesetzt.

Paris: 132 Leiter von Nachmittagsbetreuungseinrichtungen seit Januar suspendiert
Paris: 132 Leiter von Nachmittagsbetreuungseinrichtungen seit Januar suspendiert

Die Stadt Paris hat seit dem 1. Januar 2025 132 Mitarbeiter von Nachmittagsprogrammen suspendiert. Der sozialistische Bürgermeister der Hauptstadt, Emmanuel Grégoire, gab am Dienstag bekannt, dass 52 von ihnen wegen des Verdachts auf sexuelle oder geschlechtsspezifische Gewalt suspendiert wurden. Die Bekanntgabe erfolgte am Rande eines Besuchs in einer Schule im Nordwesten von Paris, einige Monate nach einem Skandal, der durch zahlreiche Anzeigen gegen Mitarbeiter von Nachmittagsprogrammen ausgelöst wurde. Einige der Betroffenen befinden sich bereits in Untersuchungshaft.

Eine unabhängige Kommission soll Licht in die Angelegenheit bringen.

Der Bürgermeister kündigte zudem die Einsetzung einer unabhängigen Untersuchungskommission unter der Leitung von Antoine Garapon, einem ehemaligen Jugendrichter, an. Diese Kommission wird freie Hand haben, Empfehlungen zum besseren Schutz von Kindern in Pariser Nachmittagsprogrammen zu formulieren. Emmanuel Grégoire hatte bereits im April letzten Jahres einen 20-Millionen-Euro-Aktionsplan zur Stärkung der Sicherheit und Aufsicht in diesen Einrichtungen versprochen, die täglich Tausende von Kindern betreuen.

Vertrauenskrise in Pariser Nachmittagsprogrammen

Die französische Hauptstadt befindet sich in einer beispiellosen Vertrauenskrise hinsichtlich der Leitung von Nachmittagsprogrammen. Die massenhaften Suspendierungen belegen die Schwere der in den letzten Monaten aufgedeckten Probleme. Die städtischen Behörden versuchen nun, das Vertrauen der Familien durch verstärkte Kontrollen und Präventivmaßnahmen zurückzugewinnen, während die gerichtlichen Ermittlungen die Vorwürfe gegen die beteiligten Leiter weiter aufklären.

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