Parcoursup und Mon Master unter Druck: Der Ethikausschuss will die Rangliste transparenter gestalten.
Parcoursup und Mon Master unter Druck: Der Ethikausschuss will die Rangliste transparenter gestalten.

Am Montag, dem 13. April, legte der Ethik- und Wissenschaftsausschuss von Parcoursup und Mon Master seinen Jahresbericht dem Parlament und Minister Philippe Baptiste vor. Acht Jahre nach seiner Gründung ist die Einrichtung längst nicht mehr nur ein Service für Schulabgänger: Bis 2025 wird bereits jeder dritte Antragsteller ein Student sein, der sein Studienfach wechselt, oder ein Erwachsener, der ins Studium zurückkehrt. Das Instrument ist komplexer geworden, seine Anwendungsmöglichkeiten haben sich weiterentwickelt, und die Erwartungen der Öffentlichkeit sind dieselben wie am Schalter des Rathauses: Sie möchte verstehen, warum ihre Bewerbung erfolgreich oder abgelehnt wurde.

Im Zentrum der 22 Empfehlungen steht eine Forderung, die wie ein Refrain immer wiederkehrt, fast schon eine eingestandene Ungeduld ausdrückt: mehr Transparenz bei den Rankings und Suchergebnissen. Der Bericht begrüßt die „deutliche Verbesserung der Informationen auf Parcoursup“, insbesondere die detaillierten Profile der im Vorjahr zugelassenen Studierenden für einige Studiengänge. Er weist jedoch auf Unklarheiten hin, vor allem bei Studiengängen mit begrenzter Kapazität wie den BTS-Zertifikaten (Advanced Vocational Training Certificates) und dem Mon Master, der als datenärmer gilt. Das Komitee fordert ein Mindestmaß an Transparenz hinsichtlich der Ranking-Kriterien und vor allem der Ablehnungskriterien und empfiehlt darüber hinaus, den Quellcode oder zumindest die Spezifikation des Teils der Plattformen zu veröffentlichen, der die den Bewerbern angezeigten Ergebnisse steuert.

Île-de-France, ein blinder Fleck und eine territoriale Teilung

Der Bericht unterstreicht zudem eine Realität, die Familien betrifft: Der Wohnort hat erhebliche Auswirkungen. Bis 2025 wird die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schulabgänger aus der Region Île-de-France keine Studienplatzzusage über Parcoursup erhält, doppelt so hoch sein wie bei einem Schulabgänger von außerhalb der Region – ein Rekordunterschied. Das Komitee empfiehlt daher einen massiven Ausbau der dreijährigen, kurzen und berufsbezogenen Bachelor-Studiengänge (Bachelor of Technology, BUT) in der Region Île-de-France, die stark nachgefragt werden. Es schlägt außerdem vor, die tatsächliche geografische Entfernung stärker in die Vergabe von Stipendien und die Platzierung von Studentenwohnheimen einzubeziehen, da die derzeitige Mobilitätsbeihilfe – ein fester Betrag von maximal 500 € – oft nur unzureichend ist.

Ein weiterer Schwerpunkt, der sich nicht mehr ignorieren lässt, sind duale Ausbildungen, die mittlerweile 26 % der Studienplätze und 44 % der auf Parcoursup angebotenen Programme ausmachen. Der Ausschuss fordert eine Verbesserung der Indikatoren (unterschriebene Verträge, Arbeitsvermittlungen), um leere Versprechungen zu vermeiden, die Sichtbarkeit von Programmen, die erst im zweiten oder dritten Jahr in eine duale Ausbildung übergehen, zu erhöhen und bestimmte Hürden auf der Plattform „Mon Master“ zu lockern, wo die Gleichung aus zwei Schritten besteht: Zulassung und anschließender Praktikumssuche. Er fordert außerdem verstärkte Kontrollen gegen Betrug in bestimmten Berufsbildungszentren (CFA), die Studierende auf BTS-Diplome vorbereiten, sowie eine bessere Erfassung von Masterstudiengängen mit dualer Ausbildung, auch im privaten Sektor, um einen umfassenderen Überblick zu gewährleisten. Ein grundlegendes, fast politisches Problem bleibt bestehen: Mit der zunehmenden Zentralisierung der Berufsberatung verlangt die Gesellschaft klare und verständliche Regeln, und die Frist 2026 rückt als entscheidender Moment näher.

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