Fast 25 Jahre nach Einführung des Sexualkundeunterrichts an Schulen geben weniger als die Hälfte der jungen Franzosen im Alter von 18 bis 29 Jahren an, während ihrer Schulzeit an mehreren Unterrichtseinheiten teilgenommen zu haben. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Public Health France, die im Rahmen der Erhebung „Sexualitäten in Frankreich“ mit über 2.000 Personen durchgeführt wurde.
Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass fast neun von zehn jungen Menschen von mindestens einer Sexualaufklärungsveranstaltung profitiert haben. Jüngere Generationen scheinen stärker engagiert zu sein: 51 % der unter 24-Jährigen geben an, an mehreren Veranstaltungen teilgenommen zu haben, verglichen mit 39 % der 25- bis 29-Jährigen. Dieser Anstieg wird als Folge einer konsequenteren Umsetzung des Gesetzes von 2001 interpretiert, das drei Veranstaltungen pro Jahr und Klassenstufe vorschreibt.
Gewaltprävention von klein auf
Die Studie zeigt außerdem, dass diese Fördermaßnahmen vorwiegend in der Mittelstufe stattfinden. Acht von zehn Jugendlichen nahmen dort an mindestens einer Veranstaltung teil, verglichen mit 44 % in der Oberstufe und nur 13 % in der Grundschule. Die Forschenden betonen, dass diese Verteilung die Ungleichheiten beim Zugang zu Informationen verschärfen könnte, insbesondere für Schülerinnen und Schüler, die bereits in der Mittelstufe mit Lernschwierigkeiten zu kämpfen haben.
Diese Kurse, die sich lange Zeit auf Verhütung, sexuell übertragbare Infektionen und Abtreibung konzentrierten, behandeln nun zunehmend auch Beziehungsthemen. So wurde beispielsweise das Thema Einvernehmen von 74 % der Befragten unter 20 Jahren angesprochen, im Vergleich zu 51 % der über 24-Jährigen. Die Autoren sind überzeugt, dass diese Initiativen ein wichtiges Instrument zur Prävention und Bekämpfung geschlechtsspezifischer und sexueller Gewalt darstellen, insbesondere da ab Herbst 2025 ein neues Programm zu Sexualität, Beziehungen und Partnerschaften an Schulen eingeführt wird.
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