Charente: Die unabhängige Schule Aliénor d'Aquitaine durch einen Inspektionsbericht in die Kritik geraten
Charente: Die unabhängige Schule Aliénor d'Aquitaine durch einen Inspektionsbericht in die Kritik geraten

In Esse, einer kleinen, unabhängigen Sekundarschule in der Charente, die 2022 eröffnet wurde, gerät sie nach einem Inspektionsbericht vom Oktober 2025 unter intensive Beobachtung. Das von franceinfo eingesehene Dokument betrifft die Schule Aliénor d'Aquitaine mit ihren rund vierzig Schülern und ihre Mitgliedschaft im Netzwerk Excellence Ruralités, das teilweise vom Investor Pierre-Edouard Stérin finanziert wird. Mehr als sechs Monate später schlägt die Gewerkschaft SE-Unsa erneut Alarm – ein Zeichen dafür, dass das Problem in der Verwaltungsroutine nicht in Vergessenheit geraten ist.

Der erste, sehr konkrete Schwerpunkt liegt auf Hygiene und Sicherheit. Der Bericht beschreibt Mittagspausen mit Picknicks, die „auf dem Boden“ abgestellt werden, ohne Zugang zu einem Kühlschrank, und weist auf die Gefahr von Lebensmittelvergiftungen hin. Auch der Spielplatz wird aufgrund von Sicherheitsmängeln hervorgehoben; Reparaturen wurden angeblich bereits durchgeführt. Das sind Kleinigkeiten, könnte man meinen. Doch in einer Schule können solche Details schnell zu einem systemischen Problem werden.

Jenseits der Mauern wird die Schule selbst beurteilt.

Jenseits der Mauern wird die Schule selbst beurteilt. Der Bericht konzentriert sich anschließend auf die Organisation des Schulbetriebs, und das Bild ist weniger schmeichelhaft. Die Prüfer bemängeln insbesondere den Mangel an schriftlichen Übungen und die Verwendung veralteter Lehrbücher, von denen einige als „Reaktion gegen den vom Bildungsministerium festgelegten Lehrplan“ dargestellt werden. Das Dokument erwähnt außerdem Defizite bei Projekten, der Zusammenarbeit zwischen Schülern, der Selbstständigkeit, den Forschungskompetenzen und dem eingeschränkten Zugang zu digitalen Werkzeugen, ganz zu schweigen vom Fehlen geeigneter Räumlichkeiten für praktische Physik- und Chemieexperimente. Wenn die Schule einen anderen Weg verspricht, wird von ihr erwartet, dass sie ihre Versprechen nicht nur einlöst, sondern auch in die Tat umsetzt.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass laut Bericht mehrere Fächer nicht im Stundenplan enthalten sind: Moral- und Staatsbürgerkunde, Medienkompetenz sowie Sexual- und Beziehungserziehung. Der Direktor weist alle Kritikpunkte zurück und betont, dass der Besuch zeitlich begrenzt war. Er kündigt an, dass sich ein Verband in Kürze mit dem letzten Punkt befassen wird. Ein Satz im Dokument ist besonders aufschlussreich: Bereits 2023 wurden Mängel festgestellt, die Berichten zufolge auch 2025 noch bestanden. Dies wirft grundlegende Fragen zur Überwachung und zur Fähigkeit dieser Privatschulen auf, ihr Versprechen hoher Standards dauerhaft zu erfüllen.

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