Das Ministerium für Nationale Bildung gab bekannt, dass nach der umfassenden Inspektionskampagne im Zuge des Notre-Dame-de-Bétharram-Skandals bereits 442 formelle Verwarnungen an private Schulen unter Vertrag verschickt wurden. Laut Minister Édouard Geffray wies fast ein Drittel der inspizierten Schulen Unregelmäßigkeiten auf, die Korrekturmaßnahmen erforderten.
Diese Inspektionen wurden nach Enthüllungen über körperlichen und sexuellen Missbrauch an mehreren katholischen Privatschulen, insbesondere in Bétharram, beschlossen. Die Regierung versprach daraufhin eine massive Ausweitung der Inspektionen an den unter Vertrag stehenden Privatschulen, denen von einigen Gewerkschaften und Verbänden seit Langem vorgeworfen wurde, von unzureichender staatlicher Aufsicht zu profitieren.
Hunderte von Unregelmäßigkeiten festgestellt
Insgesamt wurden bereits mehr als 1.100 Überprüfungen abgeschlossen, während mehrere hundert weitere noch laufen oder bis Ende 2026 geplant sind. Zu den festgestellten Unregelmäßigkeiten gehören administrative Probleme, Mängel bei den Hintergrundüberprüfungen der Mitarbeiter, Sicherheitsprobleme und Defizite in bestimmten Pflichtkursen.
Das Ministerium gibt außerdem an, dass in sechs Fällen Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft erstattet wurden. Einige dieser Fälle betreffen Berichten zufolge mutmaßliche Fälle von Misshandlung oder Gewalt gegen Schüler, die bei Inspektionen aufgedeckt wurden.
Zunehmender Druck auf die Privatschulen
Der Fall Bétharram hat die Debatte über die Aufsicht über private, staatlich finanzierte Schulen in Frankreich neu entfacht. Mehrere Abgeordnete fordern nun eine deutlich strengere Regulierung dieser Einrichtungen, die gleichzeitig eine weitgehende operative Autonomie erhalten sollen.
Das Ministerium seinerseits beteuert, dass die meisten betroffenen Betriebe nach Erhalt von Warnungen bereits mit der Einhaltung der Vorschriften begonnen haben. Édouard Geffray warnt jedoch, dass Betriebe, die sich weigern, die festgestellten Mängel zu beheben, in den kommenden Monaten mit strengeren administrativen Maßnahmen rechnen müssen.
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