Eine Entwicklung der Besteuerung hin zu immer restriktiveren Verhältnissen. So stellte Wirtschaftsminister Eric Lombard die neuen Maßnahmen der Regierung vor, um der „steuerlichen Überoptimierung“ der Spitzenvermögenden entgegenzuwirken. Eine Ankündigung, die sich unbeschreiblich in einer weiteren Erhöhung des Steuerdrucks für die reichsten Franzosen niederschlägt, ohne die wirklichen Mängel des Systems anzugehen.
Im Interview unter ParisienDer Minister versicherte, dass es sich dabei keineswegs um eine Rückkehr zur Solidaritätssteuer auf Vermögen (ISF) handele, die durch Emmanuel Macron im Jahr 2017. Weit davon entfernt, einfach die alten Regelungen aufzufrischen, schlägt die Regierung nun eine Überprüfung der Besteuerung der Reichsten vor und verspricht eine differenzierte Mindeststeuer. Konkret bedeutet das, dass die Steuern der reichsten Steuerzahler deutlich über das ursprünglich Angedachte hinaus steigen werden. Haushaltsministerin Amélie de Montchalin hatte zuvor die Einführung einer Steuer erwähnt, die sicherstellen soll, dass keiner der reichsten Menschen weniger als 0,5 % seines Vermögens an Steuern zahlt, mit Ausnahme des Berufsvermögens. Diese Entscheidung zielt offenbar auf die größten Vermögen und ihre Möglichkeit ab, durch Steueroptimierungsstrategien Steuern zu hinterziehen.
Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Bereits jetzt werden Stimmen gegen eine solche Maßnahme laut. Manche weisen darauf hin, dass die Erhöhung der Vermögensbesteuerung keineswegs die Steuerungleichheit behebt, sondern vor allem eine zusätzliche Unterdrückungsebene für die Franzosen darstellt, die bereits einer hohen Steuerbelastung ausgesetzt sind. Die Mittelschicht scheint einmal mehr von diesen Reformen ausgeschlossen zu sein, die für diejenigen, die im Land tatsächlich Wohlstand schaffen, lediglich eine noch komplexere und schärfere Haushaltslage bedeuten.
Ein früherer Haushalt offenbarte bereits
Zur Erinnerung: Im Haushalt 2025 war bereits ein „außerordentlicher Spitzeneinkommensbeitrag“ zur Einkommensteuer eingeführt worden, der Steuerzahler mit einem Jahreseinkommen von über 250.000 Euro betraf. Doch diese Maßnahme, die bereits wegen ihres vorübergehenden Charakters und ihrer Losgelöstheit von der wirtschaftlichen Realität weithin kritisiert wurde, ist nur ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen wird. Der Wirtschaftsminister selbst hat erklärt, dass die Steuer für vermögende Privatpersonen „weiterentwickelt“ werden müsse, eine Rückkehr zum ISF jedoch vermieden werden müsse. Hinter dieser Aussage verbirgt sich nur unzureichend eine rückschrittliche Haushaltspolitik: der Wunsch, diejenigen immer stärker zu besteuern, die durch ihre Arbeit oder ihre Investitionen das Funktionieren der Wirtschaft ermöglichen.
Was die Großkonzerne betrifft, scheint die Regierung unerbittlich. Nach der bereits erfolgten Erhöhung der Besteuerung höchster Einkommen zielt die vorgeschlagene Reform nun auch auf die Unternehmen ab, und zwar in Form einer zusätzlichen Abgabe. Aber auch hier sind es kleinere Unternehmen und Selbständige, die die indirekten Folgen zu spüren bekommen, da die Unternehmen gezwungen sein werden, ihre Preise zu erhöhen, um die steigende Steuerlast auszugleichen.
Darüber hinaus ist die erneute Einführung einer „Überprüfung der Steuerschlupflöcher“ Teil einer Logik der systematischen Unterdrückung derjenigen, denen es durch die Ausnutzung von Steuerschlupflöchern noch immer gelingt, Steuern zu umgehen. Amélie de Montchalin stellte klar, dass das Ziel darin bestehe, diese Steuererleichterungen in Steuersenkungen für „die Mehrheit“ umzuwandeln. Allerdings ist auch hier schwer zu erkennen, wie diese Maßnahmen den Druck auf den Durchschnittsbürger verringern werden.
Frankreich: Immer mehr Steuern, immer weniger Freiheit
Mit der Verabschiedung des Haushalts für 2025 stehen die Franzosen vor einem unsicheren Haushaltshorizont, in dem jede Reform nichts weiter als ein Vorwand zu sein scheint, die Ausgaben noch weiter zu erhöhen. Wenn die Regierung diesen Kurs fortsetzt, werden die Steuern zum einzigen wirklichen Motor der Wirtschaft – auf Kosten privater Investitionen, des Unternehmertums und der Entwicklung kleiner und mittlerer Unternehmen.
Es liegt auf der Hand, dass die Besteuerung, um gerecht zu sein, auf die Wiederherstellung der Gerechtigkeit abzielen muss. Allerdings besteht die Gefahr, dass diese Reformen den gegenteiligen Effekt haben: Sie schwächen diejenigen, die dafür sorgen, dass das Land wirklich funktioniert, und belasten den Staat erneut. Eine Entwicklung, die an die alte französische Steuerpolitik erinnert, die im Namen einer Pseudo-sozialen Gerechtigkeit eine Gesellschaft schuf, die immer stärker von staatlicher Umverteilung abhängig war.
Die Botschaft von Éric Lombard und seinen Regierungskollegen scheint daher klar: Angesichts einer zunehmend komplexen wirtschaftlichen Lage entscheidet sich der Staat erneut für eine Erhöhung des Steuerdrucks und ignoriert dabei bewusst die Folgen einer solchen Politik für den Unternehmergeist, die Vermögensbildung und die wirtschaftliche Souveränität Frankreichs.