WIRTSCHAFT

Shells Gewinne schießen dank explodierender Energiepreise in die Höhe.

Shells Gewinne schießen dank explodierender Energiepreise in die Höhe.
Shells Gewinne schießen dank explodierender Energiepreise in die Höhe.

Shell verzeichnete im zweiten Quartal 2026 einen spektakulären Ergebnisanstieg. Der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn erreichte 10,8 Milliarden US-Dollar und lag damit rund dreimal so hoch wie im Vorjahr. Das bereinigte Ergebnis, das von den Finanzmärkten genauer beobachtet wird, verdoppelte sich auf 9,84 Milliarden US-Dollar und übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich.

Dieses Ergebnis stellt das zweitbeste Quartalsergebnis in der Geschichte des britischen Ölkonzerns dar und wurde nur vom Rekord aus dem Jahr 2022 nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine übertroffen. Es ist vor allem auf den Anstieg der Öl- und Gaspreise infolge des Konflikts im Nahen Osten und die damit verbundenen Störungen der globalen Lieferketten zurückzuführen.

Shell profitierte auch von der erheblichen Volatilität der Energiemärkte. Das Öl- und Flüssigerdgasgeschäft profitierte von den raschen Preisschwankungen. Der integrierte Gasbereich erzielte einen bereinigten Gewinn von 2,7 Milliarden US-Dollar, während der Bereich Chemie, Raffinerie und Erdölprodukte 2,9 Milliarden US-Dollar erreichte, verglichen mit nur 118 Millionen US-Dollar im Vorjahr.

Geopolitische Krisen verändern weiterhin den Energiemarkt.

Die Ergebnisse sind umso beeindruckender, als Shell einen deutlichen Rückgang der Gasproduktion hinnehmen musste. Der Betrieb im Pearl-GTL-Komplex in Katar wurde nach einem Angriff, der Teile der Anlagen beschädigte, eingestellt. Die Gasproduktion sank dadurch im Vergleich zum Vorquartal um 31 %, doch höhere Preise und eine starke Absatzentwicklung glichen diesen Mengenrückgang weitgehend aus.

Gleichzeitig steigerte der Konzern seine industrielle Kapazität auf ein außergewöhnliches Niveau. Seine Raffinerien arbeiteten mit 102 % ihrer theoretischen Kapazität und erhöhten die Kerosinproduktion im Vergleich zum Vorjahr um beachtliche 20 %. Dieser intensive Betrieb verdeutlicht, wie schnell große Energiekonzerne von hoher Nachfrage und besonders günstigen Raffineriemargen profitieren können.

Shell beabsichtigt nun, einen Teil dieses unerwarteten Gewinns über ein neues Aktienrückkaufprogramm im Wert von 3 Milliarden US-Dollar an seine Aktionäre zurückzugeben. Die Nettoverschuldung konnte innerhalb von drei Monaten von 52,6 Milliarden US-Dollar auf 41,8 Milliarden US-Dollar reduziert werden. Diese Ergebnisse untermauern die Finanzstrategie des Konzerns, dürften aber auch die Debatte über die Gewinne von Ölkonzernen neu entfachen, insbesondere angesichts internationaler Krisen, die zu drastisch steigenden Energiekosten für Unternehmen und Haushalte führen.

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