Technologieunternehmen werden regelmäßig mit rechtlichen Schritten konfrontiert, sei es von Aufsichtsbehörden, Regierungen oder sogar anderen Unternehmen und Einzelpersonen. Doch kein Fall ist so wichtig wie der zwischen Google und dem US-Justizministerium, das dem Unternehmen vorwirft, die Suchmaschinen- und Online-Werbebranche zu monopolisieren.
Eine historische Klage gegen Google
Obwohl das Urteil bereits im August letzten Jahres gefällt wurde, sind die Auswirkungen dieses Falles bis heute spürbar, insbesondere seit die Regierung Donald Trump, was Google eine Zeit lang Hoffnung machte, dass die neue Regierung die unter Joe Biden getroffene Entscheidung rückgängig machen könnte – was letztendlich nicht geschah.
Zerschlagung von Google als endgültige Lösung
Am 7. März forderte das US-Justizministerium Google offiziell auf, seinen Chrome-Browser – eines der Flaggschiffprodukte des Unternehmens – an einen vom Ministerium zugelassenen Dritten zu verkaufen.
Dieser Verkauf betrifft nicht nur den Browser selbst, sondern auch alle seine Funktionen, zugehörigen Dienste und Integrationen, um die Nachhaltigkeit von Chrome unter der neuen Leitung sicherzustellen. Google muss außerdem alle seine Partner im Zusammenhang mit Chrome oder den damit verbundenen Investitionen benachrichtigen.
Das Ministerium fordert außerdem, dass Google vollständig aufhört, Telefonhersteller oder andere Unternehmen dafür zu bezahlen, Google Search zur Standardsuchmaschine in zukünftigen Geräten oder Diensten zu machen. Dies soll Unternehmen die freie Wahl zwischen verfügbaren Suchmaschinen ermöglichen.
Eine Ausnahme für künstliche Intelligenz
Gute Nachrichten für Google: Das Ministerium hat seine Forderung bezüglich künftiger Investitionen in Künstliche Intelligenz zurückgezogen. Obwohl dieser Punkt in den Entscheidungen vom vergangenen November enthalten war, wird Google nicht gezwungen sein, seine KI-Investitionen zu diversifizieren. Allerdings muss das Ministerium künftig über alle Aktivitäten in diesem Bereich offiziell informiert werden.
Warum hat das Gericht Google zu einem Monopolunternehmen erklärt?
Im Jahr 2023 begann ein historischer Prozess gegen Google. Dem Unternehmen wurde vorgeworfen, den Suchmaschinenmarkt abzuschotten und jegliche Konkurrenz, insbesondere durch neue Marktteilnehmer, zu blockieren.
Im Jahr 2024 kam der in Washington, D.C. ansässige Bundesrichter Amit Mehta zu dem Schluss, dass Google auf diesem Markt über die absolute Monopolstellung verfügt.
Mehta stützte seine Entscheidung auf mehrere Faktoren:
Verträge zwischen Google und Geräteherstellern (Telefone, Computer usw.), die Google als Standardsuchmaschine festlegen.
Diese Verträge basieren häufig auf der Aufteilung der Werbeeinnahmen, was einen starken Anreiz darstellt, Google als Standardsuchmaschine beizubehalten.
Den Zahlen des Richters zufolge laufen dank dieser exklusiven Partnerschaften 70 Prozent aller Suchanfragen in den USA über Google. Dadurch erhält Google die vollständige Kontrolle über Online-Werbung, Anzeigenplatzierung und Preisgestaltung.
Darüber hinaus wurde der Chrome-Browser als Teil des Problems identifiziert, da er einer der am häufigsten verwendeten Browser der Welt ist.
Wie ist die aktuelle Situation für Google?
Die neue Anfrage des Justizministeriums entfacht die Debatte über Googles nächste Schritte neu. Obwohl das Urteil vom August weiterhin in Kraft ist, ist die derzeitige Position des Ministeriums weniger radikal als die unter der Biden-Regierung eingenommene.
Laut Kent Walker, Googles Leiter für globale Rechtsangelegenheiten, könnte das Unternehmen die aktuelle Forderung vor Gericht anfechten und versuchen, darüber zu verhandeln.
Rechtsanwalt Paul Swanson, ein Experte für Technologierecht, glaubt, die derzeitige Strategie der Regierung bestehe darin, zunächst eine harte Haltung einzunehmen und Google dann die Möglichkeit zu geben, über eine geringere Strafe zu verhandeln.
Die Verbindung zwischen Donald Trump und Google: Ein Einflussfaktor?
Google pflegt derzeit ein gutes Verhältnis zur Trump-Administration. Das Unternehmen spendete beispielsweise eine Million Dollar für die Amtseinführungszeremonie von Donald Trump und änderte auf Ersuchen der Trump-Regierung zu Beginn seiner Amtszeit sogar bestimmte geografische Namen, wie etwa den Namen des Golfs von Mexiko.
Laut der New York Post trafen sich Vertreter von Alphabet (der Muttergesellschaft von Google) am 5. März, kurz vor der neuen Anfrage des Ministeriums, mit Mitgliedern des Justizministeriums, um die anstehenden Entscheidungen zu erleichtern.
Es liegt auf der Hand, dass die Regierung von Donald Trump große amerikanische Unternehmen schützen und ihre Investitionen unterstützen möchte, insbesondere jene im Silicon Valley. Allerdings wird sich erst mit der Zeit zeigen, ob es Google gelingt, die Zerschlagung zu vermeiden oder die Auswirkungen dieses historischen Falls abzumildern.