Der Hafen von Marseille hat ein System in Betrieb genommen, das es bis zu drei Kreuzfahrtschiffen ermöglicht, während ihrer Hafenaufenthalte gleichzeitig an das Stromnetz angeschlossen zu werden. Diese in Frankreich erstmalige Anlage zielt darauf ab, Schadstoffemissionen zu reduzieren, indem die Schiffe nach dem Anlegen ihre Motoren abschalten können.
Jedes Kreuzfahrtschiff kann somit bis zu 16 Megawatt Strom beziehen, was dem Verbrauch einer Stadt mit 13.000 Einwohnern entspricht. Die gelieferte Energie stammt aus erneuerbaren Quellen, insbesondere aus Photovoltaik, im Rahmen des Bestrebens, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.
Ein Projekt, das den europäischen Anforderungen voraus ist
Dieses System ist Teil des Plans „Rauchfreier Landgang“ des Hafens, dessen Zeitplan die europäischen Ziele für 2030 übertreffen soll. Letztendlich muss die große Mehrheit der Schiffe in der Lage sein, sich während der Landgänge an Landstrom anzuschließen, um ihre Umweltauswirkungen zu begrenzen.
Diese Technologie reduziert zwar die lokale Umweltbelastung, insbesondere die Stickoxidemissionen, erheblich, ihre Auswirkungen auf den gesamten Schiffsverkehr sind jedoch begrenzt. Die Ein- und Ausfahrtsphasen im Hafen verursachen weiterhin einen erheblichen Teil der Emissionen.
Eine bedeutende Investition und deren Verwendungszweck noch zu bestätigen ist.
Das aus europäischen und nationalen öffentlichen Mitteln finanzierte Projekt stellte nach über zweijähriger Bauzeit eine Investition von rund 210 Millionen Euro dar. Die Ausrüstung der Schiffe ist für die Unternehmen nach wie vor kostspielig, was die Akzeptanz des Projekts behindern könnte.
Mehrere Beteiligte betonen, dass die Effektivität des Systems von seiner tatsächlichen Nutzung durch die Reedereien abhängt, die derzeit nicht zur Implementierung verpflichtet sind. Trotz dieser Einschränkungen wird Landstrom als Möglichkeit zur Verbesserung der Luftqualität und zur Erfüllung der Erwartungen der Anwohner dargestellt.
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