Der niederländische Bierkonzern Heineken hat angekündigt, in den kommenden zwei Jahren weltweit 5.000 bis 6.000 Stellen abzubauen. Begründet wurde die Entscheidung mit „schwierigen Marktbedingungen“ und dem Wunsch, die Produktivitätssteigerungen zu beschleunigen.
Der Konzern, nach AB InBev der zweitgrößte Brauereikonzern der Welt, will durch eine Verschlankung seiner Organisation erhebliche Einsparungen erzielen. Diese neue Sparrunde folgt wenige Monate nach einer ersten Umstrukturierung der Amsterdamer Zentrale, die bereits zum Abbau oder zur Versetzung von 400 Stellen geführt hatte.
Das Unternehmen mit weltweit rund 87.000 Mitarbeitern machte keine Angaben zur geografischen Verteilung der anstehenden Stellenstreichungen. Die Finanzabteilung deutete jedoch an, dass Europa besonders betroffen sein könnte, ein Kontinent, auf dem die Rentabilität als schwer zu verbessern gilt.
Absatzvolumen rückläufig, Margen unter Druck
Die veröffentlichten Zahlen bestätigen ein weniger günstiges Umfeld. Im Jahr 2025 sanken die weltweiten Biermengen um 2,4 Prozent, ein deutlicher Rückgang in Europa und Amerika. Der Umsatz erreichte 34,4 Milliarden Euro, verglichen mit 36 Milliarden Euro im Vorjahr.
Gleichzeitig verbesserten sich einige Rentabilitätskennzahlen. Der Nettogewinn vor Sondereinflüssen und Abschreibungen im Zusammenhang mit Akquisitionen erreichte 2,7 Milliarden Euro, ein Plus von 4,9 %. Das operative Ergebnis ohne Sondereinflüsse, die bevorzugte Kennzahl des Konzerns, stieg auf 4,4 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 4,4 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Für das Jahr 2026 rechnet das Management mit einem Wachstum des operativen Gewinns zwischen 2 und 6 %, bleibt aber hinsichtlich der kurzfristigen Entwicklung des Biermarktes vorsichtig.
Diese Ankündigung erfolgt inmitten eines Führungswechsels. CEO Dolf van den Brink gab kürzlich nach fast sechs Jahren an der Spitze des Konzerns seinen Rücktritt bekannt. Er erklärte, er wolle das Unternehmen nach seinem Ausscheiden bestmöglich aufgestellt hinterlassen, nachdem er eine, wie er es nannte, turbulente wirtschaftliche und politische Phase durchlaufen habe. Angesichts sinkenden Konsums, steigenden Kosten und verschärften Wettbewerbs steht die europäische Brauereibranche vor einer Anpassungsphase. Heineken will diesem Wandel mit einer Umstrukturierung vorbeugen und riskiert damit, die sozialen Ängste in einem ohnehin schon fragilen Markt weiter anzuheizen.