GSK gibt die Übernahme des amerikanischen Labors Nuvalent für 10,6 Milliarden US-Dollar bekannt.
GSK gibt die Übernahme des amerikanischen Labors Nuvalent für 10,6 Milliarden US-Dollar bekannt.

Der britische Pharmakonzern GSK gab am Dienstag die Unterzeichnung einer Vereinbarung zur Übernahme des amerikanischen Biotechnologieunternehmens Nuvalent für 10,6 Milliarden US-Dollar bekannt. Diese Transaktion stellt die größte Akquisition des Unternehmens seit mehreren Jahren dar und bedeutet eine Beschleunigung seiner Strategie im Bereich der Onkologie.

Die Vereinbarung sieht ein reines Barangebot für Nuvalent in Höhe von 124 US-Dollar je Aktie vor, was einem Aufschlag von rund 40 % gegenüber dem letzten Schlusskurs entspricht. Nach Abzug der liquiden Mittel des amerikanischen Unternehmens wird die Nettoinvestition von GSK auf rund 9,4 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Eine große Wette auf Onkologie

Das 2017 gegründete Unternehmen Nuvalent, spezialisiert auf die Entwicklung zielgerichteter Krebstherapien, verfügt über mehrere Wirkstoffkandidaten zur Behandlung von Lungenkrebs. Zwei seiner vielversprechendsten Therapien werden derzeit von den US-amerikanischen Gesundheitsbehörden geprüft und könnten, falls zugelassen, bereits in diesem Jahr auf den Markt kommen.

Für Luke Miels, den neuen CEO von GSK, dürfte diese Akquisition das Portfolio des Konzerns im Bereich der Krebsbehandlungen deutlich erweitern und Patienten mit bestimmten Formen von Lungenkrebs neue Therapieoptionen bieten.

Das zukünftige Wachstum der Gruppe stärken

Diese Transaktion erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem GSK seine Pipeline innovativer Medikamente stärken und sich auf den bevorstehenden Ablauf des Patents für sein wichtigstes HIV-Medikament Dolutegravir, der für 2028 erwartet wird, vorbereiten will. Der Konzern strebt nun bis 2031 einen Jahresumsatz von mehr als 40 Milliarden Pfund an.

Die Onkologie hat sich zu einem der wichtigsten Wachstumstreiber für das britische Labor entwickelt. Der Umsatz in diesem Sektor stieg bis 2025 um mehr als 40 % und stellt nun ein strategisches Geschäftsfeld dar, um mit großen globalen Marktteilnehmern, insbesondere AstraZeneca, konkurrieren zu können.

Eine Übernahme, die voraussichtlich in diesem Sommer abgeschlossen wird.

Die Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt der erforderlichen behördlichen Genehmigungen und wird voraussichtlich im dritten Quartal 2026 abgeschlossen. GSK gab an, dass die Transaktion die Finanzprognose für das laufende Geschäftsjahr nicht beeinflussen werde. Der Konzern geht jedoch davon aus, dass die Übernahme ab 2027 zum Umsatzwachstum und ab 2029 zum Gewinn beitragen wird.

Mit dieser groß angelegten Akquisition bekräftigt GSK seinen Wunsch, wieder eine Schlüsselrolle in der globalen Onkologie zu spielen und seine Präsenz in einem der dynamischsten Segmente der pharmazeutischen Industrie zu stärken.

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