Es ist die Art von Angebot, die wie die Ankündigung eines Hollywood-Blockbusters klingt. GameStop, der Videospielhändler, der nach dem Debakel um die „Meme-Aktie“ zum Börsenstar avancierte, versuchte, mit einem Übernahmeangebot von rund 55,5 Milliarden Dollar die Marktmacht von eBay zu erobern. Die Antwort kam am Dienstag, klar und unmissverständlich: Nein.
Der Vorstand des US-amerikanischen Konzerns hielt das Angebot laut einer Pressemitteilung für „weder glaubwürdig noch attraktiv“. In einem Schreiben an GameStop-CEO Ryan Cohen erklärte das kalifornische Unternehmen, es habe den Vorschlag „mit Unterstützung seiner unabhängigen Berater“ geprüft und ihn anschließend abgelehnt. Die Botschaft an den Markt: Der Konzern steht nicht zum Verkauf.
Ein zu großes Vorhaben, um es zu glauben.
Denn hinter dem anfänglichen Hype rückten die Zahlen die Sache schnell ins rechte Licht. Das Angebot sollte zur Hälfte in Aktien und zur Hälfte in bar finanziert werden – ein Plan, der bei Analysten sofort Zweifel an seiner Machbarkeit aufkommen ließ. GameStop, dessen Marktkapitalisierung nur etwas mehr als ein Fünftel der von eBay betrug, hätte erhebliche Mittel aufbringen müssen, mit dem Risiko einer massiven Kapitalerhöhung und damit einer potenziell starken Verwässerung der Anteile seiner Aktionäre.
eBay nennt auch strukturelle Gründe. Der Konzern spricht von „Unsicherheit“ hinsichtlich seiner Finanzierungslage sowie den potenziellen Auswirkungen einer Fusion auf seine langfristige Rentabilität und den „operativen Risiken“ der Zusammenführung zweier Unternehmen mit sehr unterschiedlichen Geschäftsmodellen: einer globalen Vermittlungsplattform und einem Einzelhändler im tiefgreifenden Wandel. Der Vorstand bekräftigt sein Vertrauen in den eingeschlagenen Kurs und unterstreicht damit, dass die Unternehmensstrategie keinen Sprung ins Ungewisse erfordert.
An der Wall Street sorgte der Vorfall vor Börsenbeginn für eine angespannte Stimmung: Die Futures-Kontrakte der Online-Handels- und Auktionsplattform fielen um 1,93 %, während GameStop-Aktien um 4,79 % nachgaben. Dies verdeutlichte erneut die Nervosität, die den Videospielhändler nach wie vor umgibt, sobald er für Aufsehen sorgt. Ein allgemeineres Signal bleibt bestehen: In einem Markt, in dem Kapitalkosten und Finanzdisziplin von größter Bedeutung sind, haben massive Deals ohne solide Basis immer geringere Erfolgsaussichten.
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