Airbus, Thales und Leonardo bereiten eine riesige Fusion vor, um SpaceX entgegenzutreten
Airbus, Thales und Leonardo bereiten eine riesige Fusion vor, um SpaceX entgegenzutreten

Angesichts amerikanischer Weltraumgiganten wie SpaceX und Blue Origin versucht Europa endlich, sich zu organisieren. Airbus, Thales und das italienische Unternehmen Leonardo haben der Europäischen Kommission gerade einen vorläufigen Vorschlag zur Zusammenlegung ihrer Raumfahrtaktivitäten in einem gemeinsamen Unternehmen vorgelegt. Ziel dieser von den USA unterstützten strategischen Fusion ist die Schaffung eines echten europäischen Branchenriesen, der imstande ist, auf globaler Ebene zu konkurrieren.

Ein bewährtes Modell

Den vorliegenden Informationen zufolge würden Airbus, Thales und Leonardo jeweils ein Drittel des Kapitals dieses künftigen Unternehmens halten, das Ende 2026 gegründet werden könnte. Die vorgeschlagene Struktur erinnert an die bereits bestehende Struktur des Raketenherstellers MBDA, der Airbus (37,5 %), BAE Systems (37,5 %) und Leonardo (25 %) gehört. Aber Vorsicht: Es ist noch nichts fertig. Die Gespräche mit Brüssel stellen einen entscheidenden Test für die europäischen Wettbewerbsbehörden dar, die der Schaffung kontinentaler Industrie-„Champions“ traditionell eher zurückhaltend gegenüberstehen.

Europa auf der Suche nach einem Weltraum-Schwergewicht

Mit dieser möglichen Fusion wird eine entscheidende Herausforderung angegangen: Europa soll eine Struktur geschaffen werden, die stark genug ist, um sich gegen amerikanische Akteure zu behaupten, insbesondere gegen SpaceX, das sich zu einem Schlüsselakteur im kommerziellen Raumfahrtsektor entwickelt hat. Die Debatte ist nicht neu, gewinnt aber angesichts der zunehmenden globalen Konkurrenz heute an entscheidender Bedeutung. Das deutsche Unternehmen OHB System, ein weiteres europäisches Schwergewicht in diesem Sektor, wird die Entwicklungen dieses ehrgeizigen Projekts zweifellos aufmerksam verfolgen. Für Airbus, Thales und Leonardo ist die Herausforderung heute sowohl technologischer und wirtschaftlicher als auch politischer Natur, und das zu einer Zeit, in der Europa auf der internationalen Bühne seine Glaubwürdigkeit in der Raumfahrt aufs Spiel setzt.