Die Canal+ Gruppe hat mit mehreren professionellen Filmorganisationen einen Fünfjahresvertrag unterzeichnet. Ab 2028 wird die Gruppe insgesamt 980 Millionen Euro für die Finanzierung französischer und europäischer Filme bereitstellen, bis Ende 2032 sollen es fast 5 Milliarde Euro sein.
Ein beispielloses fünfjähriges Engagement
Die Vereinbarung betrifft Canal+ und CINÉ+ OCS. Sie wurde mit dem Verbindungsbüro der Filmindustrie (BLIC), der ARP und mehreren Mitgliedern des Verbindungsbüros der Filmorganisationen, darunter SRF, SPI, UPC, DIRE, SDI und Animfrance, unterzeichnet. Die fünfjährige Laufzeit ist für eine Vereinbarung dieser Art zwischen einem Fernsehsender und der Filmindustrie beispiellos. Die Summe entspricht einer durchschnittlichen Investition von 196 Millionen Euro jährlich zwischen 2028 und 2032. Die genaue jährliche Aufteilung wurde noch nicht veröffentlicht. Die neue Vereinbarung löst die bestehende ab, die eine Mindestinvestition von 480 Millionen Euro zwischen 2025 und 2027 vorsieht. Canal+ wird 2025 150 Millionen Euro, 2026 160 Millionen Euro und 2027 170 Millionen Euro beisteuern.
Canal+ behält die Ausstrahlungsrechte für Filme sechs Monate nach deren Veröffentlichung.
Im Gegenzug für diese Zusagen kann Canal+ seinen Abonnenten weiterhin französische, europäische und internationale Filme bereits sechs Monate nach Kinostart anbieten. Dieser frühe Zugriff ist einer der Hauptvorteile, die dem Sender gemäß dem französischen Medienchronologiegesetz gewährt werden. Das französische System sieht vor, dass Sender, die am meisten in Filmproduktionen investieren, schneller nach Kinostart Zugriff auf die Filme erhalten. Canal+ genießt somit eine privilegierte Stellung gegenüber Streaming-Plattformen, die von späteren Veröffentlichungsfenstern profitieren.
Erstlingswerke, Animationsfilme und aufwendige Produktionen
Die 980 Millionen Euro werden nicht ausschließlich den kommerziell erfolgreichsten Produktionen zugutekommen. Die Vereinbarung sieht eine verstärkte Förderung von Nachwuchsfilmern, Debütfilmen, aufstrebenden Talenten, Filmen, die Vielfalt feiern, und Animationsfilmen vor. Canal+ verpflichtet sich außerdem zur Unterstützung von Filmen mit mittlerem Budget – Produktionen, deren Budget zwischen kleinen Independent-Projekten und Blockbustern liegt. Diese Filme nehmen einen zentralen Platz in der französischen Filmindustrie ein, haben aber regelmäßig größere Schwierigkeiten, die Finanzierung zu sichern. Ambitionierte Produktionen, die sich an ein breites Publikum richten, werden weiterhin gefördert. Darüber hinaus beinhaltet die Vereinbarung Verpflichtungen zur Verbesserung der Sichtbarkeit von Filmen und zur Erhaltung der Vielfalt an Genres, Ästhetiken und Nachwuchstalenten.
Maxime Saada beansprucht eine historische Investition
Der Vorsitzende des Verwaltungsrats von Canal+, Maxime Saada, präsentierte diese Vereinbarung als Bestätigung der historischen Verbindung zwischen dem Pay-TV-Sender und dem Kino. : „Ich freue mich sehr über diese neue Vereinbarung, die die Stärke der Verbindung zwischen Canal+ und dem Kino unterstreicht. Mit einer historischen Investition von fast einer Milliarde Euro über einen beispiellosen Zeitraum von fünf Jahren bekräftigen wir mit großem Stolz unsere Unterstützung für die siebte Kunst, ihre Kraft, ihre Kreativität und ihre Vielfalt.“ Der Manager bestätigte außerdem, dass Abonnenten auch sechs Monate nach dem Kinostart weiterhin Zugriff auf die Filme haben würden: „Die besten Filme sind sechs Monate nach ihrem Kinostart auf Canal+ zu sehen und werden es auch in den kommenden Jahren bleiben.“
Canal+ sichert sich seine Position als führender privater Finanzier
Seit seiner Gründung 1984 hat Canal+ das Kino zu einer der tragenden Säulen seines Programms und Pay-TV-Angebots gemacht. Der Sender finanziert Filme bereits in der Vorfinanzierungsphase, insbesondere durch den Vorabkauf der Senderechte, teilweise sogar vor Drehbeginn. 2024 hatte Canal+ über 130 Filme für rund 220 Millionen Euro vorab erworben. Mit einem Programmvolumen von 980 Millionen Euro über fünf Jahre garantiert Canal+ Produzenten, Drehbuchautoren, Regisseuren, Verleihern und Kinobetreibern finanzielle Planungssicherheit bis 2032. Der Sender bekräftigt zudem, auch in den kommenden Jahren der führende private Partner des französischen und europäischen Kinos zu bleiben.