UNTERNEHMEN Dramen und Katastrophen

Montparnasse-Turm: Fenster stürzen auf die Straße, das 800-Millionen-Euro-Bauprojekt steht kurz vor dem Abbruch.

Montparnasse-Turm: Fenster stürzen auf die Straße, das 800-Millionen-Euro-Bauprojekt steht kurz vor dem Abbruch.
Montparnasse-Turm: Fenster stürzen auf die Straße, das 800-Millionen-Euro-Bauprojekt steht kurz vor dem Abbruch.

Am Sonntagabend lösten sich mehrere Erkerfenster in den oberen Stockwerken des Montparnasse-Turms und stürzten zu Boden. Trotz der Gefährlichkeit des Vorfalls wurde niemand verletzt. Die Feuerwehr entsandte umgehend ein Großaufgebot an Einsatzkräften rund um den Pariser Wolkenkratzer. Am Fuße des Turms wurde ein weiträumiger Sicherheitsbereich eingerichtet, weshalb die Rue Edgar-Quinet und die Rue du Départ für die Dauer des Einsatzes gesperrt wurden.

Einige Fenster drohten noch immer einzustürzen.

Nach dem Einsturz der ersten Fenster bemerkten Feuerwehrleute, dass auch andere Fassadenteile einsturzgefährdet waren. Spezialteams seilten sich vom Turm ab, um die instabilen Scheiben zu entfernen und weitere Gefahren zu beseitigen. Die Arbeiten wurden am Abend abgeschlossen. Die gesperrten Straßen wurden anschließend schrittweise wieder für den Verkehr freigegeben. Die genauen Ursachen des Einsturzes sind noch nicht geklärt. Technische Untersuchungen sollen zeigen, ob die Ursache in den Befestigungen, dem Zustand der Materialien oder einem anderen Mangel der Fassade liegt. Die Untersuchungen sollen auch klären, ob weitere Fenster ein ähnliches Risiko darstellen. Der 1973 eingeweihte Tour Montparnasse ist 209 Meter hoch und nach wie vor das höchste Gebäude innerhalb der Stadtgrenzen von Paris.

Trotz des Sturzes aus den oberen Stockwerken wurde niemand verletzt.

Der Herabfallen mehrerer Glasscheiben aus dieser Höhe hätte eine Tragödie auslösen können. Glücklicherweise wurden jedoch weder Passanten noch Autofahrer oder Einsatzkräfte am Fuße des Turms verletzt. Die von den Rettungskräften umgehend eingerichtete Absperrung verhinderte, dass der unmittelbar gefährdete Bereich befahren werden konnte. Anschließend sicherten die Feuerwehrleute die empfindlichsten Fassadenteile, bevor sie ihren Einsatz beendeten. Der Vorfall wirft nun Fragen zum Gesamtzustand der Turmfassade auf, insbesondere da das Gebäude nach jahrelangen Diskussionen, Verzögerungen und Meinungsverschiedenheiten zwischen den Miteigentümern nun theoretisch komplett saniert werden soll.

Eine 800 Millionen Euro teure Renovierung ist nun bedroht

Der Einsturz der Glasfenster ereignete sich nur wenige Tage nach einem weiteren Rückschlag für das umfangreiche Sanierungsprojekt des Montparnasse-Turms. Am 21. Juli gab die LFPI, Hauptmiteigentümerin des Gebäudes mit rund 30 % der Anteile, bekannt, das Projekt in seiner jetzigen Form nicht mehr zu unterstützen. Die Verwaltungsgesellschaft strebt nun eine weniger ambitionierte und vor allem kostengünstigere Sanierung an. Die Gesamtkosten des Projekts haben sich schrittweise auf rund 800 Millionen Euro belaufen. Insbesondere die Kosten für die Asbestsanierung sollen sich innerhalb von neun Monaten verdreifacht haben, von rund 30 Millionen auf 90 Millionen Euro. Dieser Kostenanstieg hat die Position der LFPI und die Finanzierungsmöglichkeiten der Miteigentümer erheblich beeinträchtigt. Im Anschluss an die Generalversammlung am 21. Juli fasste ein Teilnehmer die Situation unmissverständlich zusammen: "Das Projekt ist tot!"

Das Bauprojekt ist noch nicht offiziell aufgegeben.

Trotz des Rückzugs der Unterstützung durch den Hauptmiteigentümer ist das Sanierungsprojekt rechtlich noch nicht aufgegeben. Theoretisch sollten die Arbeiten im September beginnen, wenige Wochen vor Ablauf der Baugenehmigung am 26. November 2026. Die Miteigentümer müssen daher schnell eine Einigung erzielen, wenn sie den ursprünglichen Zeitplan einhalten wollen. Ohne finanzielle Zugeständnisse erscheint das Projekt, das den Turm grundlegend umgestalten soll, jedoch äußerst schwierig zu realisieren. Die Sanierung sollte das Gebäude modernisieren, seinen Energieverbrauch senken, die Fassade erneuern und neue Räume schaffen, darunter ein Dachgewächshaus. Die Bauarbeiten sollten mehrere Jahre dauern. Der Bürgermeister des 15. Arrondissements, Philippe Goujon, weigert sich derzeit, das Projekt endgültig als aufgegeben zu betrachten. Er glaubt, dass die Gespräche trotz der Meinungsverschiedenheiten, die bei der letzten Eigentümerversammlung auftraten, wieder aufgenommen werden können.

Ein Krisentreffen, um das Projekt zu retten

Angesichts der drohenden endgültigen Einstellung der Sanierung hat der Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire die wichtigsten Miteigentümer und Projektbeteiligten einberufen. Ziel des Treffens ist es, einen Kompromiss zu finden, bevor die Pattsituation unumkehrbar wird. Ein Baustopp hätte gravierende Folgen nicht nur für den Turm selbst, sondern auch für das gesamte Viertel Montparnasse. Das Projekt befindet sich seit fast zehn Jahren in Vorbereitung, und seine Umsetzung wurde bereits mehrfach verschoben. Der Einsturz der Glasscheiben macht technische Überprüfungen nun noch dringlicher. Gutachten müssen die genauen Ursachen für das Ablösen der Elemente klären und feststellen, ob provisorische Maßnahmen an der gesamten Fassade erforderlich sind. Die Zukunft des 800-Millionen-Euro-Projekts schien noch nie so ungewiss, und dieser Vorfall verdeutlicht eindrücklich, dass es bei der Sanierung des Montparnasse-Turms nicht nur um Aussehen und Kosten geht. Es geht auch um die Sicherheit und Instandhaltung eines über fünfzig Jahre alten Gebäudes.

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