Der Waldbrand, der seit dem 22. Juli in der Gironde wütet, ist nach einer relativ ruhigen Nacht am Donnerstagmorgen weiterhin stabil. Das Feuer hat sich nicht ausgebreitet, ist aber noch nicht unter Kontrolle. Die Feuerwehrleute setzen daher ihre Einsätze im gesamten betroffenen Gebiet fort, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Sechs Häuser über Nacht unter besonderer Beobachtung
Sechs aktive Brände wurden die ganze Nacht über engmaschig überwacht und bekämpft. Die Einsätze konzentrierten sich hauptsächlich auf das Dünengebiet Grand Crohot-La Plage in Lège-Cap-Ferret sowie südlich des Lac Lacanau. Die Einsatzkräfte bewässern weiterhin die Brandränder, kühlen Glutnester und löschen jegliche Wiederaufflammungen auf den bereits verbrannten 42.000 Hektar. Obwohl sich das Feuer nicht weiter ausbreitet, befinden sich noch immer unzählige Glutreste im Boden und zwischen Haufen verkohlter Vegetation.
Am Mittwoch brachen bei brütender Hitze sieben Brände erneut aus.
Am Mittwoch bekämpften Feuerwehrleute sieben Brandherde. Drei davon brannten am Abend noch, nachdem der Tag von Temperaturen über 40 °C in einigen Gebieten, Windböen mit bis zu 45 km/h und sehr niedriger Luftfeuchtigkeit geprägt war. Ein besonders heftiger Brandherd ereignete sich nördlich von Lanton. Nach mehrstündigem Kampf gelang es den Feuerwehrleuten, die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Trotz dieser neuen Ausbrüche blieb die Brandfläche den dritten Tag in Folge unverändert.
Das Feuer ist noch unter Kontrolle, aber noch nicht vollständig gelöscht.
Der Begriff „stabilisiert“ bedeutet, dass die Hauptbrandfront nicht mehr vorrückt. Er bedeutet jedoch nicht, dass das Feuer eingedämmt oder gelöscht ist. Die Gefahr eines Wiederaufflammens bleibt in einem so großen Gebiet sehr hoch, insbesondere bei auffrischendem Wind oder steigenden Temperaturen. Die vollständige Bekämpfung der Brandränder und Glutnester wird noch mehrere Tage dauern. Das Feuer könnte zudem noch Wochen oder sogar Monate im Waldboden weiterglimmen. Unterirdische Glutnester können noch lange nach dem Abzug der Flammen wieder auftreten. Eine 127 Kilometer lange taktische Rodungsaktion ist nahezu abgeschlossen. Diese Vegetationsstreifen sollen verhindern, dass die Flammen neues Brennmaterial finden und das Risiko einer erneuten unkontrollierten Ausbreitung begrenzen.
126 Feuerwehrleute wurden seit Beginn des Großbrandes verletzt.
Die Erschöpfung zehrt an den Einsatzkräften, die seit über einer Woche gegen die Flammen kämpfen. Insgesamt 126 Feuerwehrleute wurden seit Ausbruch des Feuers verletzt. Tausende Einsatzkräfte, Militärangehörige und Mitarbeiter des Zivilschutzes wurden mobilisiert und werden von umfangreichen französischen und europäischen Luftstreitkräften unterstützt. Zahlreiche Anwohner und Freiwillige leisten ebenfalls logistische Hilfe. Sie verteilen Wasser und Mahlzeiten, transportieren Ausrüstung und bekämpfen unter der Aufsicht der Einsatzkräfte kleinere Brände. Mit einer verbrannten Fläche von 42.000 Hektar ist der Waldbrand von Saumos der größte in Frankreich seit 1949.
Mehr als 222.000 Menschen wurden evakuiert
Seit dem 22. Juli wurden rund 222.000 Menschen aus 24 Gemeinden im Département Gironde vorsorglich evakuiert. Die Behörden räumten zudem 62 Campingplätze in Gironde und Landes, auf denen fast 50.000 Urlauber untergebracht waren. Die in den letzten Tagen beobachtete Verbesserung der Lage ermöglichte es 57.000 Einwohnern dreier Gemeinden in der Nähe von Bordeaux, in ihre Häuser zurückzukehren. Weitere Rückkehrgenehmigungen könnten schrittweise erteilt werden, sofern die Wetterbedingungen weiterhin günstig bleiben und kein erneuter signifikanter Anstieg der Infektionen beobachtet wird. Zahlreiche Verkehrsbeschränkungen bestehen jedoch weiterhin. Die Autobahn A63 ist zwischen Bordeaux und Bayonne nach wie vor gesperrt, und der Bahnverkehr südlich von Bordeaux ist – mit Ausnahme der Verbindungen nach Agen und Toulouse – weiterhin stark beeinträchtigt.
Die Rückkehr niedrigerer Temperaturen weckt neue Hoffnung
Der für diesen Donnerstag erwartete Temperaturrückgang stellt nach mehreren Tagen intensiver Hitze eine erste Besserung dar. Die Départements Gironde und Landes werden voraussichtlich von der orangefarbenen Hitzewarnung gestrichen, was das Risiko weiterer Brände verringern könnte. Die Behörden bleiben jedoch wachsam. Der Wald ist extrem trocken, und die Tausenden von Glutnestern im Brandgebiet erfordern eine ständige Überwachung. Die endgültige Eindämmung des Feuers hängt von der Wettervorhersage und der Fähigkeit der Feuerwehr ab, alle verbleibenden Glutnester zu löschen.
Neue Brände in mehreren französischen Regionen
Die Gironde ist nicht die einzige betroffene Region. Im Département Var gilt der Brand im Gros-Bessillon-Massiv, der innerhalb von acht Tagen rund 4.500 Hektar Land vernichtete, als unter Kontrolle. Am Mittwochabend brach jedoch südöstlich von Brignoles ein neues Feuer aus, das die Evakuierung von über 600 Menschen nach der Zerstörung von rund 100 Hektar Land erforderlich machte. Auch im Wald von Fontainebleau, der bereits im Juli von einem Brand mit über 2.000 Hektar verwüstet wurde, kam es zu einem erneuten Aufflammen der Flammen. Weitere Brände haben die Rettungsdienste auf Korsika und in den Hautes-Alpes mobilisiert. Seit Jahresbeginn sind in Frankreich rund 92.000 Hektar Land abgebrannt.