Der Großbrand in der Gironde blieb am Dienstagmorgen nach einer ruhigen Nacht ohne weitere Ausbreitung stabil. Seit seinem Ausbruch am Mittwoch, dem 22. Juli, in Saumos hat das Feuer rund um das Becken von Arcachon 42.000 Hektar Land vernichtet. Steigende Temperaturen und sinkende Luftfeuchtigkeit nähren jedoch die Sorge vor einem erneuten Aufflammen des Feuers in den kommenden Stunden.
Mehrere kontrollierte Bergungen während der Nacht
Die Brandfläche vergrößerte sich von Montag auf Dienstag nicht. Allerdings wurden mehrere Aufflammungen nördlich von Le Porge und im Dünengebiet nördlich von Cap-Ferret gemeldet. Diese Brände konnten von der Feuerwehr schnell unter Kontrolle gebracht werden. Der Brand ist jedoch weiterhin nur stabilisiert und gilt noch nicht als eingedämmt. Zahlreiche Glutnester befinden sich noch in den Brandgebieten und könnten durch Hitze, Wind oder sinkende Luftfeuchtigkeit erneut aufflammen.
Ab diesem Dienstag werden Temperaturen von bis zu 35°C erwartet.
Für das Département Gironde gilt ab Mittag eine gelbe Hitzewarnung. Im Landesinneren werden Temperaturen zwischen 33 und 35 °C erwartet, insbesondere in Gebieten, in denen die Feuerwehr noch im Einsatz ist. Für Mittwoch wird ein weiterer Temperaturanstieg prognostiziert, wobei in einigen Gebieten Temperaturen von bis zu 40 °C möglich sind. Die Winde werden voraussichtlich schwächer als in den ersten Tagen des Brandes, dafür aber trockener sein. Der erwartete Rückgang der Luftfeuchtigkeit könnte die Austrocknung der Vegetation beschleunigen und das Wiederaufflammen von noch im Boden oder in Holzstapeln schwelenden Bränden begünstigen.
Die Feuerwehr bereitet das Gelände vor, bevor die Hitzewelle zurückkehrt.
Die Operationen werden entlang des gesamten Perimeters ohne Unterbrechung fortgesetzt. Pioniere und Waldbrandbekämpfungsteams nahmen um 6:30 Uhr ihre Arbeit wieder auf, um die Schutzzonen zu verstärken. Insgesamt wurden 103 Kilometer taktische Brandschneisen angelegt. Diese breiten, von Vegetation befreiten Streifen sollen Barrieren bilden, die eine weitere Ausbreitung der Flammen verlangsamen oder stoppen sollen. Die Bodentruppen werden weiterhin von Löschflugzeugen und der A400M der Luftwaffe unterstützt, die bis zu 20 Tonnen Löschmittel pro Anflug abwerfen kann. Auch ausländische Verstärkung, insbesondere aus Deutschland, wurde in den Südwesten entsandt.
Seit Ausbruch des Brandes wurden 220.000 Menschen evakuiert.
Seit Mittwoch wurden rund 220.000 Einwohner und Urlauber im Becken von Arcachon und in mehreren Städten westlich von Bordeaux evakuiert. Mindestens 240 Häuser wurden durch die Flammen zerstört. Eine allgemeine Rückkehr der Evakuierten ist erst geplant, wenn der Brand unter Kontrolle ist. Über 1.000 Menschen, darunter auch Bewohner von Seniorenheimen, sind weiterhin im Messezentrum von Bordeaux untergebracht. Sommercamps im Département wurden abgesagt. Sport- und Kulturveranstaltungen sind bis zum 8. August verboten, ebenso Wassersport und Bootsfahrten auf dem Cazaux-Sanguinet-See.
93 Feuerwehrleute verletzt
Die Zahl der Verletzten unter den Feuerwehrleuten steigt weiter. Seit Ausbruch des Brandes wurden 93 Feuerwehrleute bei Einsätzen verletzt. Die Einsatzkräfte arbeiten in besonders schwierigem Gelände, geprägt von extremen Temperaturen, dichtem Rauch und schnell wechselnden Windrichtungen. Immer wieder flammen neue Gebiete auf, sodass die Feuerwehrleute die bereits brennenden Bereiche ständig überwachen müssen.
Die Autobahn A63 und die Bahnverbindungen sind weiterhin beeinträchtigt.
Der Verkehr auf der Autobahn A63 zwischen Bordeaux und Bayonne ist weiterhin teilweise beeinträchtigt. Auch der Bahnverkehr südlich von Bordeaux ist mit Ausnahme der Strecke zwischen Bordeaux und Toulouse weiterhin eingestellt. Züge nach Arcachon, Hendaye und Tarbes fallen entweder aus oder enden in Bordeaux. Diese Einschränkungen werden voraussichtlich mindestens bis Mittwoch, den 29. Juli, andauern, abhängig von der Entwicklung des Brandes und der Sicherheitslage an der Infrastruktur.
Eine nach wie vor äußerst fragile Situation
Nachdem sich der Großbrand mehrere Tage lang unkontrolliert ausgebreitet hatte, bietet die Stabilisierung den Einsatzkräften eine erste Atempause. Doch der Kampf ist noch lange nicht vorbei. Der ab Dienstag erwartete Temperaturanstieg stellt nun die größte Bedrohung dar. Die kommenden Stunden werden entscheidend sein, um zu verhindern, dass nächtliche Aufflammungen zu neuen Brandfronten führen und um zu verhindern, dass sich das Feuer, das bereits beträchtliche Zerstörungen angerichtet hat, erneut ausbreitet.
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