„Toy Story 5“: Pixar stellt Spielzeug und Bildschirme einander gegenüber, ohne die Technologie zu verurteilen.
„Toy Story 5“: Pixar stellt Spielzeug und Bildschirme einander gegenüber, ohne die Technologie zu verurteilen.

Mehr als dreißig Jahre nach Beginn der Saga kehren die Helden von Toy Story zurück – und sehen sich einem unerwarteten neuen Gegner gegenüber: Bildschirmen. Im fünften Teil, unter der Regie von Andrew Stanton und McKenna Harris, müssen Woody, Buzz, Jessie und ihre Freunde ihren Platz in Bonnies Leben finden, das nun von einem vernetzten Tablet namens Lilypad bestimmt wird. Ein neues Abenteuer, das den emotionalen Kern der Reihe bewahrt und sie gleichzeitig an die Gewohnheiten heutiger Kinder anpasst.

Wenn Spielzeug mit digitaler Technologie konkurrieren muss

Diesmal geht es in der Handlung nicht nur um Bonnies Angst, im Erwachsenenalter vergessen zu werden. Sie wendet sich nach und nach von ihren Spielsachen ab und taucht in eine digitale Welt ein, die ihr Unterhaltung und neue soziale Kontakte verspricht. Angesichts dieser Veränderung versuchen die Spielsachen herauszufinden, wie sie in ihrer Fantasie weiter existieren können.

Die Einführung von Lilypad, einem Lerntablet im Frosch-Design, dient als Ausgangspunkt für eine umfassendere Auseinandersetzung mit der Rolle der Technologie in der Kindheit. Doch entgegen der Vermutung, die das Thema nahelegen könnte, vermeidet Pixar eine ablehnende Haltung gegenüber Bildschirmen. Auf dem Annecy 2025 Festival erklärte Pete Docter, Creative Director des Studios, dass Technologie als „Werkzeug“ und nicht als Bedrohung betrachtet werden sollte. Diese Ansicht vertritt auch Produzentin Lindsey Collins, die den Einsatz von Technologie mit dem Feuer vergleicht: nützlich, solange er kontrolliert wird, problematisch, wenn er die Oberhand gewinnt.

Ein Franchise, das sich mit der Zeit weiterentwickeln will.

Mit diesem Thema aktualisiert Pixar eine Saga, die 1995 begann – zu einer Zeit, als Tablets noch nicht zum Alltag von Kindern gehörten. Laut Andrew Stanton in einem Interview mit dem Empire-Magazin war das Toy-Story-Universum nie als statisch, sondern als ein Raum konzipiert, der sich mit jeder Generation weiterentwickeln kann.

Der Film präsentiert außerdem überarbeitete Charaktere. Jessie spielt eine wichtigere Rolle, und neue Kreationen bereichern das Universum, allen voran Roll Buddy, eine elektronische Toilettenpapierrolle, die beim Töpfchentraining helfen soll. Zu den einprägsamsten Szenen gehört der absurde und spektakuläre Angriff einer Armee von Buzz Lightyears, der mitunter die innovative Energie der vorherigen Teile wieder aufleben lässt.

Mit dieser neuen Episode will Pixar nicht so sehr Spielzeug der digitalen Technologie gegenüberstellen, sondern uns vielmehr daran erinnern, dass keine Technologie Fantasie und menschliche Beziehungen vollständig ersetzen kann.

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