Die 21. und letzte Etappe der Tour de France 2026 wird deutlich verkürzt. Ursprünglich sollte sie über fast 133 Kilometer von Thoiry im Département Yvelines nach Champs-Élysées führen, wird nun aber am Sonntag, dem 26. Juli, über 89 Kilometer ausgetragen. Diese außergewöhnliche Änderung ist auf den Einsatz von Polizei und Rettungskräften im Département Gironde zurückzuführen, wo Waldbrände ein erhebliches Personalaufkommen erfordern.
Thorys sportlicher Abschied abgesagt
Das Peloton wird die geplante lange Etappe zwischen Thoiry und Paris nicht in Angriff nehmen. Die Straßen der Yvelines-Region, die Passage durch Versailles und der Anstieg Côte du Pavé des Gardes wurden aus der Route gestrichen. Dieser Anstieg der 4. Kategorie sollte ursprünglich nach 43,1 Kilometern bewältigt werden.
Thoiry wird dennoch einige der Feierlichkeiten beibehalten. Der Werbekonvoi soll um 13:20 Uhr das Gelände verlassen und direkt zur Rennstrecke in Paris fahren. Die Teampräsentation findet weiterhin um 15:40 Uhr statt. Im Anschluss daran werden die Fahrer mit dem Bus nach Paris gebracht, anstatt das Rennen wie gewohnt mit dem Fahrrad in der Region Yvelines zu beginnen.
Der offizielle Start der Etappe erfolgt um 17:50 Uhr direkt hinter der Ziellinie auf den Champs-Élysées. Die Gesamtdistanz verkürzt sich dadurch auf 89 Kilometer, im Vergleich zu den knapp 133 Kilometern im ursprünglichen Programm.
Zwei weitere Runden auf den Champs-Élysées
Um einen ausreichenden Abstand zu wahren und den Zuschauern eine echte Schlussetappe zu bieten, absolviert das Peloton zwei zusätzliche Runden auf dem Champs-Élysées-Rundkurs. Anschließend folgen die Fahrer der Strecke durch Montmartre, bevor sie auf die Pariser Prachtstraße zurückkehren.
Der Butte Montmartre, der sich zu einem der Höhepunkte des letzten Renntages entwickelt hat, bleibt Teil der Strecke. Die ursprüngliche Route beinhaltete drei Anstiege auf diesen rund einen Kilometer langen Hügel mit einer durchschnittlichen Steigung von 6,5 %, darunter Abschnitte auf dem Kopfsteinpflaster der Rue Lepic. Die Organisatoren behalten somit den spektakulärsten und potenziell umkämpftesten Teil der Etappe bei. Das Finale auf den Champs-Élysées ist nun für 19:45 Uhr angesetzt. Diese Zeit entspricht nahezu der ursprünglich geplanten.
Sicherheitskräfte wurden in Richtung Gironde verlegt
Diese kürzere Route reduziert die Anzahl der benötigten Polizisten und Gendarmen zur Sicherung des Streckenabschnitts zwischen Yvelines und der Hauptstadt erheblich. Diese Einsatzkräfte können dann in die Gironde verlegt werden, die seit mehreren Tagen mit einer besonders schwierigen Lage aufgrund der Brände zu kämpfen hat.
Die Maßnahmen umfassen auch die Mobilisierung von Polizeikräften zur Sicherung der betroffenen Gebiete, zur Organisation des Verkehrs und zum Schutz der Anwohner. Die Tour de France passt sich daher an, um eine besonders hohe Sicherheitspräsenz auf einem Streckenabschnitt zu vermeiden, der nun gestrichen wurde. Der Pariser Teil der Tour konzentriert mehr Ressourcen, wodurch das traditionelle Ziel auf den Champs-Élysées erhalten bleibt.
Ein kürzeres, aber dennoch hart umkämpftes Finale
Durch den Wegfall der ersten 44 Kilometer wird sich der Tagesablauf verändern. Der traditionelle, entspannte Start, die Fotos und die Feierlichkeiten für den Gesamtsieger müssen anders organisiert werden. Das Rennen beginnt direkt in Paris auf einem Rundkurs, auf dem das Tempo voraussichtlich rasch ansteigt.
Die wiederholten Passagen entlang der Champs-Élysées und die Anstiege des Montmartre bieten immer wieder Angriffsmöglichkeiten. Die Sprinter haben dann mehrere Kilometer Zeit, den Rückstand bis zum Ziel aufzuholen. Der Sieger dieser letzten Etappe wird daher trotz der drastischen Verkürzung der Strecke auf der Straße ermittelt.