Ein gefundener Zweispitz aus dem Besitz Napoleons wird in Chantilly ausgestellt.
Ein gefundener Zweispitz aus dem Besitz Napoleons wird in Chantilly ausgestellt.

Ein ikonisches Objekt der napoleonischen Geschichte wird bald wiederentdeckt. Ein Zweispitz, der Napoleon I. gehörte, wird ab dem 6. Juni im Musée Condé im Rahmen einer Caroline-Murat-Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Lange Zeit im Depot vergessen, gilt diese kürzlich als authentisch bestätigte Kopfbedeckung nun als bedeutendes Zeugnis napoleonischen Erbes.

Ein seltenes Objekt mit einer außergewöhnlichen Geschichte

Laut AFP ist dieser Zweispitz aus Biberfellfilz einer der wenigen Hüte, die direkt mit den letzten Lebensjahren des Kaisers in Verbindung stehen. Der Experte Jean-Guillaume Parich, Kurator der Sammlungen zu Revolution und Kaiserreich im Armeemuseum, beschreibt ihn als „absolut außergewöhnlich“, insbesondere weil er mit all seinen Originalverzierungen vollständig erhalten geblieben ist. Es wird sogar vermutet, dass es sich um einen der vier Hüte handelt, die Napoleon während seines Exils nach St. Helena mitnahm.

Nach dem Tod des Kaisers im Jahr 1821 sollte der Hut an seinen Sohn vererbt werden, doch dieser starb frühzeitig. Schließlich wurde der Hut 1836 Caroline Murat zugeschrieben, bevor er 1904 in die Sammlungen des Musée Condé gelangte. Trotz dieser prestigeträchtigen Herkunft blieb der Zweispitz über ein Jahrhundert lang im Depot. Museumsdirektor Mathieu Deldicque erklärt, er sei buchstäblich „in Vergessenheit geraten“ und selbst Fachleuten entgangen.

Eine bedeutende Wiederentdeckung für die napoleonische Geschichte

Erst 2025, im Zuge der Vorbereitungen für die Ausstellung, konnte die Herkunft des Hutes genau zurückverfolgt und seine Echtheit bestätigt werden. Laut AFP gelten seine Ursprünge nun als „hundertprozentig gesichert“. Der Hut weist alle Merkmale kaiserlicher Zweispitzhüte auf: spezifische Proportionen, eine dreifarbige Kokarde, ein schwarzes Seidenband und ein Taftfutter.

Napoleon soll damals zwischen 60 und 80 Zweispitzhüte anfertigen lassen haben, doch nur etwa fünfzehn authentische Exemplare sind heute erhalten. Diese Objekte, die zu wahren Symbolen geworden sind, erzielen auf dem Markt sehr hohe Preise: Ein weiterer Zweispitzhut wurde laut AFP 2023 in Fontainebleau für über 1,9 Millionen Euro verkauft.

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