Leonardo DiCaprio als gequälter Revolutionär in „One Battle at a Time“
Leonardo DiCaprio

Leonardo DiCaprios erste Rolle unter der Regie von Paul Thomas Anderson, „One Battle at a Time“, enthüllt einen ebenso explosiven wie rätselhaften Trailer. Der von Thomas Pynchons Vineland inspirierte Film kommt am 24. September in Frankreich in die Kinos.

Ein Vater auf der Suche im Post-Hippie-Amerika

Leonardo DiCaprio spielt Bob Ferguson, einen ungepflegt aussehenden ehemaligen Revolutionär der 1970er Jahre, der verzweifelt auf der Suche nach seiner vermissten Tochter ist. Der Film basiert lose auf Thomas Pynchons Roman „Vineland“ und spielt in einem Kalifornien, das in politischer Desillusionierung und Paranoia nach den Protesten versunken ist. Im von Warner Bros. veröffentlichten Trailer schreit der Schauspieler „Viva la revolución!“, springt aus einem fahrenden Pickup und meistert Schießereien und halluzinogene Szenen in einem Film, der ein Cocktail aus politischer Satire und existenziellem Thriller zu werden verspricht.

Paul Thomas Anderson, Meister der fragmentierten Erzählkunst („There Will Be Blood“, „The Master“, „Licorice Pizza“), unterzeichnet sein bislang größtes Projekt mit einem geschätzten Budget von über 100 Millionen Dollar. Der Film wurde mit 35-mm-Vistavision-Kameras zwischen Kalifornien und Texas gedreht, um eine hochpräzise Vintage-Ästhetik zu erzielen. Was den Soundtrack betrifft, liefert Jonny Greenwood, ein treuer Mitarbeiter von PTA, eine elektrisierende Filmmusik mit psychedelischen Rock-Akzenten.

Eine reiche Besetzung und eine mit Spannung erwartete Veröffentlichung

DiCaprio wird von einer beeindruckenden Besetzung begleitet: Benicio del Toro als Mentor, Regina Hall, Sean Penn, Teyana Taylor, Chase Infiniti, Shayna McHayle (alias Junglepussy) und Alana Haim, die zuvor in Licorice Pizza auftrat. Die Dynamik zwischen DiCaprio und Del Toro verspricht Funken, in einer bewusst undurchsichtigen Handlung, in der jedoch die Themen Vaterschaft, ideologisches Erbe und inneres Chaos zu dominieren scheinen.

Die Zusammenarbeit zwischen DiCaprio und Anderson, zwei großen Persönlichkeiten des amerikanischen Kinos, wurde mit Spannung erwartet. Gerüchten zufolge hat PTA sogar seine Texte zu Scorseses Killers of the Flower Moon beigetragen, was ihre künstlerische Bindung stärkte. Für „One Battle at a Time“ verzichtete Anderson auf eine offizielle Inhaltsangabe und überließ es den kraftvollen und frenetischen Bildern, das Mysterium aufzudecken.

Der Film wird in den USA am 26. September und in Frankreich zwei Tage zuvor erwartet und etabliert sich bereits jetzt als ernstzunehmender Kandidat für die Preisverleihungssaison. Zwischen dem Porträt eines Mannes im Chaos und einem desaströsen Polit-Epos könnte „One Battle at a Time“ durchaus eine neue Etappe in DiCaprios Karriere markieren – und in der von Anderson.