Der schwedische Einzelhändler H&M plant eine neue Ära für seine Werbekampagnen und nutzt künstliche Intelligenz, um digitale Nachbildungen seiner Models zu erstellen. In einem Interview mit der Site Geschäft der ModeDie Konfektionsmarke hat ihren Plan bekannt gegeben, bis Ende 2025 virtuelle Avatare von rund dreißig Models zu erstellen. Ziel ist es, physische Fotoshootings zu begrenzen und schneller und in großem Maßstab maßgeschneiderte Inhalte zu produzieren.
Laut Louise Lundquist, Leiterin der Geschäftsentwicklung bei H&M, behält jedes beteiligte Model das Eigentum an seinem digitalen Klon und erhält für jede Nutzung eine Vergütung. Die so erstellten Bilder werden explizit als KI-generiert gekennzeichnet. Ziel dieses Systems ist es, logistische Effizienz und Modellrechte in Einklang zu bringen und gleichzeitig die Kosten in einem sich rasch verändernden Sektor zu senken. Die Marke besteht darauf, dass die Models weiterhin in den Validierungsprozess der erstellten Bilder eingebunden bleiben.
Dennoch birgt dieser technologische Wendepunkt auch Unsicherheiten. H&M gibt zu, dass die Auswirkungen dieses Ansatzes auf den kreativen Prozess oder auf die Model- und Fotografenberufe noch nicht gemessen wurden. Diese Bewegung ist Teil eines umfassenderen Trends, bei dem viele Branchen – von der Filmbranche bis hin zu Videospielen – den Einsatz von KI testen, um bestimmte menschliche Dienstleistungen zu ersetzen. Das Projekt von H&M könnte somit eine Neudefinition der Rollen in der Modewelt und darüber hinaus ankündigen.