Louvre-Ticketbetrug: 10 Millionen Euro in zehn Jahren verloren
Louvre-Ticketbetrug: 10 Millionen Euro in zehn Jahren verloren

Ein gut organisiertes Netzwerk, an dem Fremdenführer und mutmaßliche Komplizen innerhalb der Institutionen selbst beteiligt waren, wurde rund um die Ticketkasse des Louvre – und im Hintergrund auch im Schloss Versailles – aufgedeckt. Neun Personen wurden bei einer Razzia am Dienstag, dem 10. Februar, festgenommen, wie die Pariser Staatsanwaltschaft nach ersten Meldungen von France Inter mitteilte. Der Gesamtschaden für den Louvre wird auf über 10 Millionen Euro geschätzt.

Wiederverwendete Tickets und „geteilte“ Gruppen, um die Regeln zu umgehen

Die Ermittlungen begannen nach einer Anzeige des Louvre im Dezember 2024. Darin wurde die wiederholte Anwesenheit eines chinesischen Paares als Fremdenführer gemeldet, das Touristen mit denselben Eintrittskarten mehrfach Zutritt gewährte, wie die Pariser Staatsanwaltschaft mitteilte. Aufgrund von Überwachungs- und Telefonüberwachungsergebnissen, die die Wiederverwendung von Eintrittskarten bestätigten, weitete sich der Verdacht später auf weitere Fremdenführer aus, ebenfalls laut Staatsanwaltschaft.

Die Ermittler beschrieben auch eine Methode zur Kostenreduzierung bei den Touren: Gruppen wurden angeblich aufgeteilt, um die Gebühr für das Rederecht der Reiseleiter zu umgehen, so die Staatsanwaltschaft. Das Netzwerk war demnach fast zehn Jahre aktiv und verzeichnete eine sehr hohe tägliche Kapazität von teilweise über zwanzig Gruppen.

Zwei Beamte festgenommen und massive Bargeldbeschlagnahmungen

Unter den Festgenommenen befinden sich zwei Louvre-Mitarbeiter, Fremdenführer und eine Person, die als Organisator des Komplotts gilt, wie die Pariser Staatsanwaltschaft mitteilte. Die bei der Operation sichergestellten Gelder sind beträchtlich: Laut derselben Quelle wurden mehr als 957.000 Euro in bar und 486.000 Euro auf verschiedenen Bankkonten beschlagnahmt.

Die Beschuldigten stehen laut Staatsanwaltschaft im Verdacht, einen Teil der Erlöse durch Immobilieninvestitionen in Frankreich und Dubai gewaschen zu haben. Bereits am 2. Juni 2025 wurde ein Ermittlungsverfahren wegen schwerer Vorwürfe eingeleitet, darunter Betrug und Geldwäsche im Rahmen einer organisierten Gruppe sowie Korruption und Verstöße gegen das Einreise- und Aufenthaltsrecht, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Der Louvre erklärt seinerseits, er sehe sich mit einer Zunahme und Diversifizierung von Betrugsfällen konfrontiert und habe seinen Betrugsbekämpfungsplan in Zusammenarbeit mit seinen Mitarbeitern und den Strafverfolgungsbehörden verstärkt.