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Das Internationale Comic-Festival feiert dieses Jahr sein 50-jähriges Jubiläum. Illustrationen für Buchhandlungen, Bücher, Comics, Leser, Kinderlektüren, Klassiker, Veranstaltungen... Signierstunden und Widmungen © LP/Jean-Baptiste Quentin

Das Internationale Comic-Festival von Angoulême, das an diesem Sonntag seine 52. Ausgabe beendet, steht im Zentrum einer wachsenden Kontroverse. Eine Umfrage unter Menschlichkeitsmagazin Dabei wurden interne Missstände aufgezeigt, darunter die umstrittene Entlassung einer ehemaligen Mitarbeiterin, die Anzeige wegen Vergewaltigung erstattet hatte. Angesichts dieser Enthüllungen hat das Kultusministerium seine Besorgnis zum Ausdruck gebracht und Aufklärung über die Durchführung der Veranstaltung gefordert.

Der beunruhigendste Fall betrifft einen ehemaligen Kommunikationsmanager des Festivals, der im März 2024 wegen schwerwiegenden Fehlverhaltens entlassen wurde, anderthalb Monate nachdem er einen mutmaßlichen sexuellen Übergriff während der vorherigen Ausgabe gemeldet hatte. Während die Festivalorganisation, die von der Firma 9e Art+ betrieben wird, behauptet, dass diese Entlassung völlig unabhängig von der Vergewaltigungsklage erfolgt sei, ist das Kulturministerium der Ansicht, dass dieser Fall, „falls er sich bestätigt, besonders schwerwiegend ist“. Das Ministerium versichert, dass es die Angelegenheit aufmerksam verfolgt und sich der rechtlichen und verwaltungstechnischen Konsequenzen bewusst ist, die sich daraus ergeben werden.

Darüber hinaus wird das Festival auch für sein Finanz- und Verwaltungsmanagement kritisiert. Nach den Enthüllungen von MenschlichkeitsmagazinAls Ursache für ein angespanntes Arbeitsklima innerhalb der Organisation werden „Führungs-Exzesse“ genannt. Angesichts dieser Kritik hat sich das Festival verpflichtet, ein externes Audit zur Bewertung der bestehenden Praktiken durchzuführen. Diese Ankündigung erfolgte, nachdem mehrere Gewinner der Fauves, der an die Autoren und Alben des Jahres verliehenen Preise, die Zeremonie am Samstagabend dazu genutzt hatten, eine stärkere Berücksichtigung des Themas sexuelle Gewalt in der Comic-Welt zu fordern.

In diesem Zusammenhang könnte die Partnerschaft zwischen dem Angoulême Comic Strip Festival und dem Unternehmen 9e Art+ bei einer künftigen Überprüfung in Frage gestellt werden. Die Regionaldirektion für kulturelle Angelegenheiten (DRAC) hat ein Treffen mit Gemeinden und Fachleuten einberufen, um diese Probleme zu besprechen. Bei einer Veranstaltung, die als globales Schaufenster für die neunte Kunst dienen soll, wirft diese interne Krise die Frage nach der Verantwortung der Kulturinstitutionen bei der Steuerung der von ihnen unterstützten Veranstaltungen auf.