Barcelonas Sagrada Familia, das ikonische Bauprojekt, das 1882 von Antoni Gaudí begonnen wurde, steht kurz vor einem entscheidenden neuen Schritt. Das für das Projekt zuständige Komitee gab am 25. März 2025 die Auswahl dreier zeitgenössischer Künstler – Javier Marín, Miquel Barceló und Cristina Iglesias – bekannt, die Entwürfe für die Verzierung der Hauptfassade des Gebäudes, der sogenannten „Glory“-Fassade, entwerfen sollen. Dies ist der letzte größere Teil des Denkmals, der noch unvollendet ist. Der/die ausgewählte(n) Künstler sollten in den kommenden Monaten bekannt gegeben werden.
Drei große Persönlichkeiten der spanischsprachigen Kunstszene
Das Komitee wählte drei Designer mit unverwechselbarer Ästhetik und internationalem Hintergrund aus. Der mexikanische Bildhauer Javier Marín, bekannt für seine kraftvollen Werke, in denen präkolumbische, barocke und moderne Einflüsse miteinander verschmelzen, hat in Italien bereits große religiöse Aufträge ausgeführt. Der mallorquinische Künstler Miquel Barceló, der mit großen Sakralprojekten vertraut ist – insbesondere mit der Kathedrale von Palma auf Mallorca und in jüngerer Zeit mit Notre-Dame de Paris – kombiniert Malerei, Keramik und Skulptur in einem vom Meer beeinflussten Werk. Schließlich hat Cristina Iglesias, eine Schlüsselfigur der spanischen Gegenwartskunst, auf der Biennale in Venedig ausgestellt und monumentale Installationen entworfen, in denen Metall, Glas und Wasser kombiniert wurden.
Die dem Mittelmeer zugewandte „Fassade des Ruhms“ soll die Geschichte der Menschheit, die Lehren Jesu und die Vision des Jüngsten Gerichts darstellen. Der Bau wird auf den ursprünglichen Plänen Gaudís basieren, gleichzeitig aber viel Raum für zeitgenössische künstlerische Interpretation lassen. Die für 2035 geplante Fertigstellung der Sagrada Familia markiert den Abschluss eines Projekts, das mehr als 150 Jahre gedauert hat und zu einem der berühmtesten in der Geschichte der Architektur geworden ist.