Nintendo macht eine schwierige Zeit durch. Der japanische Videospielgigant hat seine Prognosen für das gestaffelte Geschäftsjahr 2024–2025 drastisch gesenkt und am Dienstag, den 4. Februar, einen deutlichen Rückgang seiner Finanzergebnisse bekannt gegeben. Das Unternehmen erwartet nun einen Rückgang des Betriebsgewinns um 47 Prozent auf 280 Milliarden Yen (1,75 Milliarden Euro) und damit 22 Prozent unter den ursprünglichen Schätzungen. Außerdem wird mit einem Einbruch des Nettogewinns um 45 Prozent auf 270 Milliarden Yen und einem Umsatzrückgang von fast 30 Prozent gerechnet.
Die schleppenden Ergebnisse sind größtenteils auf die sinkenden Verkaufszahlen der Nintendo Switch zurückzuführen, deren Erfolg nach acht Jahren langsam aber sicher nachlässt. Der japanische Riese rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einem Absatz von 11 Millionen Geräten, verglichen mit der vorherigen Prognose von 12,5 Millionen. Die Ermüdung der Spieler und der Mangel an bedeutenden neuen Features seit dem Erfolg von Zelda: Tränen des Königreichs und der Film Super Mario Bros, belasteten den Umsatz stark.
In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres brach Nintendos Nettogewinn um 42 Prozent auf 237 Milliarden Yen ein und der Umsatz sank um 31 Prozent auf 956 Milliarden Yen. „Nintendo war hinsichtlich der Switch 1-Verkäufe zu optimistisch“, sagt Serkan Toto, Analyst bei Kantan Games.
Eine Zukunftswette auf den Switch 2
Um diese Negativspirale zu stoppen, setzt Nintendo alles auf die Switch 2, die für 2025 geplant ist. Die neue Konsole, die im Januar in einem kurzen Video vorgestellt wurde, behält das Hybridformat der Switch bei, bietet aber Verbesserungen wie einen größeren Bildschirm und verbesserte abnehmbare Freude -Nachteile. Die Funktionen werden im April im Detail vorgestellt, bevor sie in Paris und anderen Städten öffentlich präsentiert werden.
Diversifikation und Derivate
Gleichzeitig setzt Nintendo seine Diversifizierungsstrategie mit abgeleiteten Produkten, Kooperationen mit Universal-Parks rund um das Mario-Universum und der kürzlichen Eröffnung eines Museums in Kyoto fort. Der Konzern ist sich jedoch bewusst, dass sein Erfolg vor allem mit seinen Konsolen und Spielen zusammenhängt, die noch immer 93 % seines Umsatzes ausmachen.
Sollte sich die Switch 2 nicht durchsetzen, könnte Nintendo in eine schwierige Lage geraten, warnt Serkan Toto: „Nintendo hat keinen Plan B.“