Am 9. März 1796, während des Direktoriums, heiratete der junge General Napoleon Bonaparte in Paris Marie-Josèphe-Rose de Tascher de La Pagerie, besser bekannt als Joséphine de Beauharnais. Die standesamtliche Trauung fand ohne großes Aufsehen vor einem Standesbeamten statt, nur wenige Tage bevor Bonaparte das Kommando über die Italienarmee übernahm. Diese Verbindung markierte den Beginn einer leidenschaftlichen Beziehung, die den kometenhaften Aufstieg des späteren Kaisers begleiten sollte.
Eine schnelle und diskrete Hochzeit
Als Napoleon und Josephine heirateten, war er erst 26 Jahre alt, sie hingegen 32. Josephine, die Witwe des während der Schreckensherrschaft guillotinierten Vicomte Alexandre de Beauharnais, war bereits Mutter zweier Kinder, Eugène und Hortense. Die Zeremonie fand in relativer Schlichtheit in Paris im Beisein einiger weniger regierungsnaher Zeugen statt, darunter Paul Barras, ein einflussreiches Mitglied des Direktoriums.
Die Hochzeit wurde aus Zeitgründen überstürzt. Bonaparte war gerade zum Oberbefehlshaber der Italienarmee ernannt worden und sollte wenige Tage später die Hauptstadt verlassen, um sich seinen Truppen wieder anzuschließen. Das Paar ging sogar so weit, ihr Alter auf der Heiratsurkunde zu ändern, um den Altersunterschied zu verringern: Josephine gab sich jünger an, während Napoleon sich etwas älter machte.
Eine Gewerkschaft, die im Zentrum von Napoleons Aufstieg zur Macht stand
Schon in den ersten Wochen ihrer Ehe zeigte Napoleon eine tiefe Leidenschaft für seine Frau. Aus Italien schickte er ihr zahlreiche leidenschaftliche Briefe, die von Liebe, Eifersucht und Sorge geprägt waren. Josephine, die in Paris in der feinen Gesellschaft verkehrte, war oft weniger zärtlich, was ihren Mann mitunter irritierte.
Mit jedem Sieg im Italienfeldzug wuchs Bonapartes Ruhm beträchtlich. Josephine nutzte diesen Aufstieg, um ihre Stellung in der Pariser Gesellschaft zu festigen und Beziehungen in politischen und diplomatischen Kreisen zu knüpfen. Als Napoleon nach dem Staatsstreich vom 18. Brumaire 1799 die Macht ergriff, wurde sie zu einer der zentralen Figuren des neuen Regimes, bevor sie 1804 bei der Krönung zur Kaiserin gekrönt wurde.
Trotz ihrer tiefen Zuneigung sollte ihre Ehe den politischen Zwängen des Kaiserreichs nicht standhalten. Da sie Napoleon keinen Erben schenken konnte, willigte Josephine 1809 schließlich in die Scheidung ein und beendete damit eine dreizehnjährige, ebenso leidenschaftliche wie berühmte Ehe in der französischen Geschichte.