Am 30. Juni 1643 gründete Jean-Baptiste Poquelin, der spätere Molière, mit neun Gefährten, darunter Madeleine Béjart, eine Schauspielertruppe namens Illustre-Théâtre. An diesem Tag wurde vor einem Notar in Paris eine Gründungsurkunde unterzeichnet. Mit 21 Jahren verließ der junge Mann den bürgerlichen Weg, den ihm sein Vater vorgezeichnet hatte, um seiner Leidenschaft nachzugehen: dem Theater. Diese mutige Initiative, die zwar schnell scheiterte, markierte den wahren Beginn einer Karriere, die die französische Komödie revolutionieren sollte.
Das Wagnis eines jungen Schauspielers
Jean-Baptiste Poquelin, der Sohn eines Polsterers von König Ludwig XIII., erhielt eine sorgfältige Ausbildung und wurde mit 18 Jahren Anwalt. Doch anstatt als Anwalt zu arbeiten, verkehrte er mit italienischen Schauspielern und freundete sich mit Madeleine Béjart an, einer erfahrenen Schauspielerin. Mit ihr und acht anderen Schauspielern beschloss er, in Paris eine unabhängige Truppe zu gründen und damit den beiden großen bestehenden Ensembles, denen des Hôtel de Bourgogne und denen des Marais, Paroli zu bieten. Diese Initiative folgte unmittelbar auf ein königliches Dekret aus dem Jahr 1641, das den bis dahin als berüchtigt geltenden Schauspielerberuf rehabilitierte. Molière hoffte, sich in großen tragischen Rollen einen Namen zu machen und seine Truppe in der Pariser Theaterlandschaft zu etablieren.
Ein ambitioniertes, aber kurzlebiges Theater
Im Januar 1644 gab das Illustre-Théâtre seine ersten Vorstellungen auf einem Tennisplatz am linken Seineufer. Das Repertoire umfasste Tragödien, Komödien und Tragikomödien. Madeleine Béjart, der Star der Truppe, glänzte in anspruchsvollen Rollen, insbesondere in Stücken von Tristan L'Hermite. Der junge Poquelin unterschrieb am 28. Juni 1644 zum ersten Mal unter dem Namen Molière. Doch trotz eines vielversprechenden Starts wuchsen die finanziellen Schwierigkeiten. Im Mai 1645 ging die Truppe bankrott. Molière wurde wegen Schulden inhaftiert. Das Illustre-Théâtre verschwand nach weniger als zwei Jahren seines Bestehens.
Ein Sprungbrett zum Ruhm
Dieser Misserfolg entmutigte Molière nicht. Zusammen mit Madeleine Béjart schloss er sich einer Wandertruppe unter der Leitung von Charles Dufresne an. Über zehn Jahre lang zogen sie kreuz und quer durch die französischen Provinzen. Dort entwickelte Molière seinen Stil und schrieb seine ersten originellen Komödien wie L'Étourdi (1655) und Le Dépit amoureux (1656). 1658 kehrte er nach Paris zurück und trat vor dem jungen Ludwig XIV. auf. Der König, verführt von seinen Komödien, gewährte ihm seinen Schutz. So begann ein kometenhafter Aufstieg, der Molière zum größten französischen Komödiendichter machen sollte.
Das Illustre-Théâtre war trotz seiner Kürze der Gründungsakt von Molières Berufung. In diesem Abenteuer wurde die Laufbahn eines Mannes vorgezeichnet, der bereit war, alles für das Theater zu opfern.