Im Guimet Museum erzählt die K-Beauty-Ausstellung die globale Geschichte der koreanischen Schönheit.
Im Guimet Museum erzählt die K-Beauty-Ausstellung die globale Geschichte der koreanischen Schönheit.

Koreanische Schönheit ist längst nicht mehr nur ein Kosmetiktrend, sondern hat sich zu einem globalen Kulturphänomen entwickelt. Mit der Ausstellung „K-Beauty: Koreanische Schönheit – Geschichte eines Phänomens“ zeichnet das Musée Guimet in Paris die Entwicklung dieses Einflusses nach, von den Traditionen des 18. Jahrhunderts bis zur heutigen Welle, die von K-Pop und Fernsehserien geprägt ist. Die Ausstellung umspannt fast 300 Jahre Geschichte und zeigt, wie sich eine lokale Ästhetik zu einem globalen Maßstab wandelte.

Eine uralte Tradition, die der globalen Welle vorausging.

Anders als oft angenommen, entstand K-Beauty nicht erst mit Social Media oder Influencern. Die Ausstellung zeigt, dass ihre Wurzeln viel weiter zurückreichen, insbesondere bis in die späte Joseon-Zeit. Damals basierten die ästhetischen Ideale auf dem Streben nach Ausgewogenheit und Harmonie: helle Haut, anmutige Gesten, kunstvolle Frisuren und fließende Kleidung. Maler und Künstler trugen dazu bei, diese Ideale in einer bis heute gültigen Bildsprache zu verankern.

Laut den Kuratoren der Ausstellung erstreckt sich diese allmähliche Entwicklung einer ästhetischen Identität über Jahrhunderte und passte sich der Evolution der koreanischen Gesellschaft an. Toilettenartikel, Trachten, Gemälde und Accessoires zeugen von Praktiken, in denen Schönheit untrennbar mit Pflege und Gesundheit verbunden ist. Wie die Co-Kuratorin Claire Trinquet-Soléry erklärt, untersucht die Ausstellung, „wie sich eine einzigartige Vision von Schönheit ab dem 18. Jahrhundert verbreitete“ und bis heute zeitgenössische Darstellungen beeinflusst.

Vom kulturellen Erbe zum globalen Phänomen

Die Ausstellung beleuchtet auch die Umwälzungen des 20. Jahrhunderts, einer Zeit tiefgreifender Veränderungen in Korea. Der Aufstieg von Fotografie, Film und Kosmetikindustrie trug zur Modernisierung ästhetischer Codes bei, während gleichzeitig die Verbindung zu Traditionen bewahrt wurde. Diese rasanten Veränderungen führten zur Entstehung einer hybriden visuellen Identität, die lokale und westliche Einflüsse vereint.

In den 2000er-Jahren erreichte diese Ästhetik mit Hallyu, der „Koreanischen Welle“, einen entscheidenden Wendepunkt. Angetrieben von Musik, Fernsehserien und Mode etablierte sich K-Beauty als wirksames Instrument der Soft Power. Wie Yannick Lintz, Präsident des Guimet-Museums, in einem Interview mit franceinfo betonte, handelt es sich dabei nicht nur um ein Modephänomen, sondern um ein tief verwurzeltes kulturelles Erbe, das in der koreanischen Geschichte und Spiritualität verankert ist.

Die Ausstellung vereint historische Werke und zeitgenössische Objekte und zeigt so, wie sich diese Ästhetik weiterentwickelt hat, ohne ihre Identität zu verlieren. Dieses immersive Erlebnis verdeutlicht, warum koreanische Schönheit heute weit mehr als nur eine Branche ist – sie ist eine globale Kultursprache.

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