Die Weltmeisterschaft geht am Montagabend mit zwei Achtelfinalspielen weiter. Um 21:00 Uhr trifft Portugal in einem iberischen K.o.-Duell auf Spanien. Die Partie wird auf M6 und beIN Sports 1 übertragen. In den frühen Morgenstunden des Dienstags, um 2:00 Uhr, spielen die USA gegen Belgien. Das Spiel wird ebenfalls auf beIN Sports 1 gezeigt und ist aufgrund der Kontroverse um Folarin Balogun bereits vor dem Anpfiff von Spannungen geprägt.
Portugal gegen Spanien: Ein iberisches Derby ums Überleben
Portugal und Spanien treffen im Achtelfinale aufeinander; es geht um den Einzug ins Viertelfinale. Es ist eines der hochkarätigsten Spiele der frühen K.o.-Phase: zwei Nachbarn, zwei Titelanwärter, zwei Teams, die an packende Duelle gewöhnt sind – ein Alles-oder-Nichts-Spiel.
Portugal reist mit Rückenwind, aber angeschlagen an. Die Seleção sicherte sich in einem packenden Spiel mit 2:1 gegen Kroatien die Qualifikation. Nach einem Führungstreffer von Ivan Perisic gelang den Portugiesen per Elfmeter der Ausgleich. Cristiano RonaldoBevor Gonçalo Ramos in der Nachspielzeit den Siegtreffer erzielte, blieb dieser Erfolg ungebrochen. Portugal litt, zitterte bis zum Schluss und brauchte seine Einwechselspieler, um ein schlecht begonnenes Spiel noch zu drehen.
Spanien hingegen reist mit einem deutlich stärkeren Eindruck an. Die „La Roja“ fegte Österreich in der vorherigen Runde mit 3:0 vom Platz, wobei Mikel Oyarzabal einen Doppelpack und Pedro Porro ein Tor erzielte. Entscheidend war, dass die Spanier keinen einzigen Schuss aufs Tor zuließen – ein Zeichen für eine solide Defensive, die genau zum richtigen Zeitpunkt zu ihrer Form zurückgefunden hat. Nach einem etwas holprigen Turnierstart hat Spanien die Kontrolle, den Rhythmus und die Effizienz im Angriffsdrittel zurückgewonnen.
Ronaldo gegen La Roja, Yamal im großen Test
Cristiano Ronaldo steht weiterhin im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit Portugals. Mit 41 Jahren erzielte er in einem K.-o.-Spiel erneut ein Tor, diesmal per Elfmeter gegen Kroatien, bevor Gonçalo Ramos in den Schlussminuten das Kommando übernahm.
Auf der anderen Seite setzt Spanien auf eine jüngere Generation, angeführt von Spielern wie Lamine Yamal und Oyarzabal. Spaniens Stärke liegt in der Fähigkeit, den Gegner zu neutralisieren, Ballbesitzphasen zu kreieren und über die Flügel die gegnerische Abwehr zu knacken. Portugal muss diesem Druck standhalten, ohne sich zu sehr auf seine Angreifer zu verlassen.
USA-Belgien: Das Spiel des Abends – inmitten von Kontroversen
Um 2 Uhr nachts empfangen die USA Belgien zu einem mit Spannung erwarteten Achtelfinalspiel. Sportlich gesehen ist die Partie völlig offen. Die Amerikaner eliminierten Bosnien und Herzegowina mit 2:0, trotz des Platzverweises von Folarin Balogun. Der amerikanische Stürmer hatte die Führung erzielt – sein drittes Tor im Turnier –, bevor er nach VAR-Überprüfung die Rote Karte sah. Malik Tillman sicherte den Sieg anschließend mit einem Freistoß.
Belgien reist nach einem dramatischen Spiel gegen Senegal an. Die Roten Teufel lagen wenige Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit mit 0:2 zurück, erzwangen aber dank Toren von Romelu Lukaku und Youri Tielemans die Verlängerung. Tielemans verwandelte in der 125. Minute einen Elfmeter und sicherte so die Qualifikation. Belgien zeigte Kampfgeist, aber auch deutliche Defensivschwächen und hatte Schwierigkeiten, Spiele über längere Zeit zu kontrollieren.
Balogun erhältlich, belgische Abgase
Der Fall Balogun Die Situation vor dem Spiel hat sich drastisch verändert. Nach seinem Platzverweis gegen Bosnien und Herzegowina wurde zunächst erwartet, dass der amerikanische Stürmer das Achtelfinalspiel gegen Belgien verpassen würde. Die FIFA hob die sofortige Sperre jedoch auf und wandelte sie in eine Bewährungszeit um, wodurch er nun gegen die Roten Teufel spielberechtigt ist.
Die Entscheidung löste in Belgien umgehend Empörung aus. Der belgische Fußballverband focht die Kehrtwende an und argumentierte, sie verschaffe einen unfairen Vorteil vor einem K.o.-Spiel. Auch die UEFA verurteilte die Entscheidung und bezeichnete sie als unfair. "Unverständlich und nicht zu rechtfertigen", in einem Kontext, der durch Vorwürfe politischer Einflussnahme im Zusammenhang mit dem Fall zusätzlich verkompliziert wird.
Für die USA ist Baloguns Rückkehr ein großer Gewinn. Er ist ihr bester Torjäger im Turnier, setzt die gegnerische Abwehr unter Druck, attackiert die Räume hinter der Abwehr und schafft so Platz für Christian Pulisic und die amerikanischen Mittelfeldspieler. Für Belgien bedeutet dies eine doppelte Herausforderung: die Vorbereitung auf ein Spiel gegen einen Gegner, der von seinen heimischen Fans beflügelt wird, und gleichzeitig der Umgang mit dem Gefühl der Ungerechtigkeit, das die Anwesenheit des gefährlichsten amerikanischen Spielers mit sich bringt.