Die Runde der letzten 16 der Weltmeisterschaft wird diesen Mittwoch mit drei Spielen fortgesetzt. England trifft um 18:00 Uhr auf die Demokratische Republik Kongo, Belgien spielt um 22:00 Uhr gegen Senegal und die USA treffen in den frühen Morgenstunden des Donnerstags auf Bosnien und Herzegowina.
England übernimmt die Führung, aber nicht ohne Fragen
England geht als Gruppensieger in die Runde der letzten 16 gegen die Demokratische Republik Kongo. Die Three Lions beendeten die Gruppe L mit sieben Punkten vor Kroatien und Ghana als Tabellenerster. Ihr Turnier begann mit einem spektakulären 4:2-Sieg gegen Kroatien, gefolgt von einem deutlich knapperen 0:0 gegen Ghana und einem souveränen 2:0-Sieg gegen Panama. Auf dem Papier ist ihre Bilanz solide: ungeschlagen, Gruppenerster, sechs Tore erzielt und nur zwei kassiert. Doch das Unentschieden gegen Ghana verdeutlichte Englands Schwierigkeiten gegen tiefstehende Abwehrreihen, während der Sieg gegen Panama erst nach und nach zustande kam. Jude Bellingham und Harry Kane erzielten in der zweiten Halbzeit die Führungstreffer, doch England wirkte nicht durchgehend souverän. Sie reisen daher mit einer günstigen Ausgangsposition an, stehen aber auch unter dem Druck, das Tempo zu erhöhen, ihre Dominanzphasen besser auszunutzen und einem vermeintlich schwächeren Gegner nicht zu erlauben, ins Spiel zu finden.
Die Demokratische Republik Kongo hat bereits ein Kapitel ihrer Geschichte geschrieben, will aber nicht dabei stehen bleiben.
Die DR Kongo präsentiert sich im Vergleich zu England völlig anders. Die Kongolesen belegten in Gruppe K hinter Kolumbien und Portugal den dritten Platz, doch ihre Qualifikation hat großes Gewicht. Bei ihrer Rückkehr zur Weltmeisterschaft nach über einem halben Jahrhundert Abwesenheit holten sie einen Punkt gegen Portugal, verloren knapp mit 0:1 gegen Kolumbien und sicherten sich schließlich mit einem 3:1-Sieg gegen Usbekistan den Einzug in die Runde der letzten 16. Dieser Lauf unterstreicht ihre Bedeutung. Die DR Kongo holte ihren ersten Punkt, erzielte ihre ersten Tore und gewann ihr erstes Spiel bei dieser Weltmeisterschaft. Der Sieg gegen Usbekistan demonstrierte vor allem ihre Reaktionsfähigkeit: Nach einem frühen Gegentreffer drehte das Team die Partie in der zweiten Halbzeit, angeführt von Yoane Wissa. Sie sind also kein Team, das zufällig hier ist, sondern eine Mannschaft, die eine schwere Gruppe überstanden hat und mit deutlich weniger Druck als England in die Runde der letzten 16 geht.
Belgien beendete das Spiel nach einem schleppenden Start stark.
Belgien trifft auf Senegal mit einem weniger einfachen Weg als England, hat sich aber stetig verbessert. Die Roten Teufel beendeten die Gruppenphase mit fünf Punkten als Gruppenerster der Gruppe G, punktgleich mit Ägypten, aber mit dem besseren Torverhältnis. Ihre Gruppenphase begann mit zwei knappen Spielen: einem Unentschieden gegen Ägypten und einem 0:0 gegen den Iran, bevor ein überzeugender 5:1-Sieg gegen Neuseeland die Dynamik der ersten Runde veränderte. Dieses letzte Spiel erwies sich als entscheidend. Leandro Trossard traf doppelt, Kevin De Bruyne und Romelu Lukaku erzielten ebenfalls Tore, und Belgien setzte mit einem klaren Ausrufezeichen die Gruppenphase. Nach zwei vorsichtigen, ja mühsamen Auftaktspielen zeigten die Belgier im entscheidenden Moment ihre Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Ihr Gruppensieg ermöglichte es ihnen zudem, in Seattle zu bleiben und sich auf dieses Sechzehntelfinalspiel vorzubereiten – ein bedeutender logistischer Vorteil bei einer Weltmeisterschaft in einem so großen Land.
Senegal hat dank der Stärke seiner Tore überlebt.
Senegal reist mit einer etwas chaotischeren, aber nicht weniger interessanten Geschichte an. Die Löwen von Teranga belegten in Gruppe I hinter Frankreich und Norwegen den dritten Platz. Ihr Turnierstart verlief mit zwei Niederlagen gegen hochkarätige Gegner schlecht: 1:3 gegen Frankreich und 2:3 gegen Norwegen. Zu diesem Zeitpunkt war die Qualifikation gefährdet, aber noch nicht unmöglich. Sie brauchten einen deutlichen Sieg gegen den Irak, um als einer der besten Gruppendritten im Rennen zu bleiben. Und genau das gelang ihnen. Senegal deklassierte den Irak mit 5:0 – ein Sieg, der ihre WM-Kampagne wiederbelebte und ihnen den Einzug in die K.o.-Runde sicherte. Dieser Erfolg korrigierte auch den Eindruck der ersten beiden Spiele: Senegal hatte zu viele Gegentore kassiert, zeigte aber, dass sie eine formidable Offensivmannschaft sein können. Ihre Qualifikation bleibt aufgrund dieser Leistung zwar noch etwas unsicher, aber sie offenbart eine gefährliche Mannschaft, die gegen den Favoriten Belgien befreit aufspielen kann.
Belgien gegen Senegal – ein engeres Spiel, als die Tabelle vermuten lässt.
Auf dem Papier gilt Belgien als Favorit: Gruppenerster, ungeschlagen, beflügelt vom überzeugenden Finalsieg und mit Schlüsselspielern in Topform. Doch Senegal ist kein gewöhnlicher Dritter. Sie meisterten eine schwere Gruppe mit Frankreich und Norwegen und qualifizierten sich dank einer überragenden Offensivleistung. Belgien muss beweisen, dass der 5:1-Sieg gegen Neuseeland kein Zufall war, sondern der eigentliche Start ins Turnier. Für Senegal ist das Ziel genau umgekehrt: Sie wollen zeigen, dass sie die Auftaktniederlagen hinter sich gelassen haben und der 5:0-Sieg gegen den Irak sie wieder in die Erfolgsspur gebracht hat.
Die Vereinigten Staaten gewannen ihre Gruppe, bevor sie stürzten
Die USA gehen mit dem zusätzlichen Druck des Gastgeberlandes in ihr Sechzehntelfinalspiel gegen Bosnien und Herzegowina. Ihre Gruppenphase verlief größtenteils erfolgreich: ein 4:1-Sieg gegen Paraguay, ein 2:0-Sieg gegen Australien, gefolgt von einer 2:3-Niederlage gegen die Türkei im letzten Gruppenspiel. Trotz dieses Rückschlags beendeten die Amerikaner die Gruppenphase mit sechs Punkten als Gruppenerster der Gruppe D. Die Niederlage gegen die Türkei verhinderte somit nicht die Qualifikation. Trainer Mauricio Pochettino hatte seine Mannschaft bereits umfangreich rotiert, da der Gruppensieg bereits feststand.
Bosnien und Herzegowina hielt bis zum Schluss durch.
Bosnien und Herzegowina hatte es schwerer. In Gruppe B belegten sie mit vier Punkten den dritten Platz hinter der Schweiz und Kanada. Ihr Turnier begann mit einem 1:1 gegen Kanada, wurde durch eine deutliche 1:4-Niederlage gegen die Schweiz erschwert, bevor sie sich am letzten Spieltag mit einem 3:1-Sieg gegen Katar wieder fingen. Dieser Sieg war entscheidend, um sich als einer der besten Gruppendritten für das Turnier zu qualifizieren. Bosnien reist zwar nicht mit der gleichen Dominanz wie die USA an, hat aber bereits eines bewiesen: Sie wissen, wie man sich behauptet. Nach der deutlichen Niederlage gegen die Schweiz mussten sie Katar schlagen, um im WM-Lauf zu bleiben. Und das gelang ihnen. Der Einzug ins Sechzehntelfinale ist daher ein zusätzlicher Bonus.
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