Frankreich-Senegal: Die FIFA reserviert symbolisch einen Platz für den in Algerien inhaftierten Christophe Gleizes.
Frankreich-Senegal: Die FIFA reserviert symbolisch einen Platz für den in Algerien inhaftierten Christophe Gleizes.

Am Dienstag wurde im MetLife Stadium in New York ein Platz auf der Pressetribüne für Christophe Gleizes beim Spiel Frankreich gegen Senegal reserviert, dem ersten Spiel der französischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026. Der französische Journalist wird jedoch nicht anwesend sein: Er befindet sich seit fast einem Jahr in Algerien in Haft. Die FIFA gewährte ihm diesen Platz als Ehrenzeichen und symbolische Akkreditierung für das Turnier.  

Ein Name, der unter den Journalisten auftauchte

Auf dem für seinen Platz reservierten Rednerpult prangt sein Name in weißen Buchstaben auf rotem Grund. Um ihn herum sind Schals der französischen und senegalesischen Nationalmannschaft platziert – eine deutliche Erinnerung an seine Abwesenheit. Der Platz befindet sich mitten im Pressebereich, wo Christophe Gleizes als Sportjournalist hätte arbeiten sollen.

In Algerien verhaftet, zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt

Christophe Gleizes, Mitarbeiter von So Fuß et GesellschaftEr wurde am 28. Mai 2024 in Tizi Ouzou festgenommen, als er über Fußball, insbesondere über JS Kabylie, berichtete. Nach dreizehn Monaten unter Bewährungsaufsicht wurde er am 29. Juni 2025 wegen „Verherrlichung des Terrorismus“ und „Besitzes von Veröffentlichungen zu Propagandazwecken, die dem nationalen Interesse schaden“ zu sieben Jahren Haft verurteilt. Anschließend trat er seine Haftstrafe an.  

Ein Fall, der seinen Ursprung in journalistischer Arbeit hat

Die Anklagepunkte gegen Christophe Gleizes beziehen sich auf den Austausch, den er im Rahmen seiner Tätigkeit mit Funktionären oder ehemaligen Funktionären des kabylischen Fußballs führte. Einige von ihnen stehen in Verbindung mit der Bewegung für das Selbstbestimmungsrecht der Kabylei, die 2021 von den algerischen Behörden als terroristische Organisation eingestuft wurde. Mehrere der dem Journalisten vorgeworfenen Taten datieren aus der Zeit vor dieser Einstufung.  

Seine Verurteilung wurde in der Berufung bestätigt.

Am 3. Dezember 2025 bestätigte das Berufungsgericht Tizi Ouzou das siebenjährige Hafturteil. Frankreich bedauerte diese Entscheidung öffentlich und forderte seine Freilassung. Daraufhin leiteten seine Familie und Freunde ein Verfahren ein, um eine mögliche Begnadigung durch den algerischen Präsidenten zu erwirken.  

Die Weltmeisterschaft als Resonanzboden

Bereits am Tag vor dem Spiel Frankreich gegen Senegal wurde die Situation um Christophe Gleizes innerhalb der französischen Nationalmannschaft diskutiert. Eine von dem inhaftierten Journalisten vorbereitete Frage wurde während einer Pressekonferenz der „Les Bleus“ (französische Nationalmannschaft) übermittelt. Didier Deschamps Anschließend äußerte er die Hoffnung, dass Christophe Gleizes in seinen Beruf zurückkehren würde. Wir hoffen, dass dies bald geschieht…