Ein T-Shirt für drei Euro, ein Ladegerät, das innerhalb von 48 Stunden geliefert wird, ein Spielzeug „genau wie abgebildet“ … und manchmal eine böse Überraschung beim Auspacken. Am Donnerstag enthüllte Handelsminister Serge Papin auf Europe 1/CNews einige ernüchternde Zahlen: Innerhalb eines Jahres überprüfte die DGCCRF (französische Generaldirektion für Wettbewerbspolitik, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung) 700 online verkaufte Produkte. 70 % davon entsprachen nicht den Vorschriften, 45 % wurden sogar als gefährlich eingestuft. All dies vor dem Hintergrund eines starken Anstiegs von „Kleinpaketen“, die aus Asien importiert werden, oft über Plattformen wie Shein oder Temu.
In der Praxis gehen diese Kontrollen weit über einen bloßen Blick auf das Etikett hinaus. Laut Ministerium wurden bei den Tests Werbeaussagen, beworbene Eigenschaften und Inhaltsstoffe untersucht. Die 700 analysierten Produkte repräsentieren tatsächlich „Hunderttausende von Produkten“ – eine deutliche Steigerung im Vergleich zu den zuvor jährlich geprüften rund 200 Produkten. Die Botschaft ist klar: Der Kauf zum niedrigsten Preis schützt weder den Verbraucher noch – mitunter – seine Sicherheit.
700 Referenzen geprüft, eine Warnung, die wie eine Guillotine zuschlägt.
Seit April 2025 hat die französische Generaldirektion für Wettbewerbspolitik, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung (DGCCRF) ihre Kontrollen, Stichproben und Analysen von Artikeln auf diesen E-Commerce-Plattformen verdreifacht. Serge Papin rief die Verbraucher zur Vorsicht auf und stellte die Einhaltung der Vorschriften durch einige Marktplätze infrage. Die detaillierten Ergebnisse einer umfassenden Untersuchung würden in den kommenden Wochen erwartet, kündigte sein Ministerium an und versprach eine genauere Auflistung der Mängel, Kategorie für Kategorie.
Auch im Wirtschaftsbereich versucht Paris, den Warenstrom einzudämmen. Seit dem 1. März erhebt Frankreich eine Steuer von zwei Euro pro Warenkategorie, die über eine große E-Commerce-Plattform gekauft wird. Betroffen sind Sendungen unter 150 Euro, die zuvor zollfrei waren. Der Minister betont zudem, dass einige Unternehmen versuchen, die Maßnahme zu umgehen, indem sie Waren über andere europäische Länder transportieren, bevor sie in Frankreich zugestellt werden. Die Befugnisse der Zollbeamten wurden kürzlich erweitert, um diese Praktiken besser zu bekämpfen.
Eine hartnäckige Tatsache bleibt bestehen: Die Versuchung des Schnäppchenjagens ist nach wie vor groß, angeheizt durch Apps, die den Kaufprozess nahezu automatisieren. Mit verstärkten Kontrollen, Steuern und dem Vorgehen gegen Umgehungsmaßnahmen will die Regierung die Kontrolle über eine Grenze zurückgewinnen, die digital geworden ist und an der Menschen schneller klicken als prüfen. Und in den kommenden Wochen, wenn die Details der Ermittlungen bekannt werden, gerät das gesamte Gleichgewicht zwischen billigem Konsum und Sicherheitsanforderungen ins Visier der Öffentlichkeit.
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