Der Textilrecyclingsektor ist von der explosionsartigen Zunahme gebrauchter Kleidung völlig überfordert.
Der Textilrecyclingsektor ist von der explosionsartigen Zunahme gebrauchter Kleidung völlig überfordert.

Angesichts der jährlich in Frankreich anfallenden riesigen Mengen an Altkleidern ruft die Umweltorganisation Refashion die Verbraucher dazu auf, ihre gesamten gebrauchten Textilien, selbst stark beschädigte Stücke, in Sammelbehältern zu entsorgen. Am Dienstag startete eine Aufklärungskampagne, um Millionen Tonnen Kleidung, die sonst verbrannt oder auf Deponien entsorgt würden, vor der Müllverbrennung zu bewahren.

Refashion wurde von der Regierung mit der Organisation der Textilindustrie beauftragt und erklärt, ihr Ziel sei es, diese Abfälle besser zu verwerten, entweder durch industrielles Recycling oder durch Umwandlung in Brennstoff für bestimmte Anlagen. Die Organisation schätzt, dass jährlich immer noch etwa 10 Kilogramm Textilien pro Kopf im normalen Hausmüll landen.

Diejenigen, die sich mit Wiederverwendung beschäftigen, prangern ein gesättigtes System an.

Vor Ort schlagen verschiedene Organisationen wie Emmaüs Alarm wegen einer zunehmend schwer zu bewältigenden Situation. Sie prangern die explosionsartige Zunahme der gesammelten Kleidung an, aber auch den Qualitätsverlust der geretteten Stücke, die immer häufiger aus der Fast-Fashion-Branche stammen und oft unverkäuflich sind.

Die Wohltätigkeitsorganisationen erklären außerdem, dass Secondhand-Plattformen mittlerweile gut erhaltene Kleidung aufkaufen und den gemeinnützigen Netzwerken damit die Produkte entziehen, die deren wirtschaftliche Existenzgrundlage sicherten. Letztes Jahr sorgte das Netzwerk Le Relais für Schlagzeilen, indem es tonnenweise Kleidung vor mehreren Filialen abgeladen hatte, um gegen die Marktsättigung zu protestieren.

Refashion versichert seinerseits, dass sein System zur Rücknahme unbrauchbarer Textilien nach den Spannungen im Jahr 2025 nun voll funktionsfähig sei. Mehrere Verbände befürchten jedoch, dass die Branche nach und nach die Verbrennung als Brennstoff der Wiederverwendung vorziehen wird, die als ökologische Priorität gilt.

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