Auf BFMTV zückte Dominique Schelcher seinen Taschenrechner und präsentierte sein schlagkräftiges Argument: An Supermarkttankstellen „verdient man damit kein Geld“. Laut dem Chef der Coopérative U belaufen sich die Gewinnspannen der Händler auf „ein, zwei oder drei Cent pro Liter“, die durch den Wettbewerb zwischen den Ketten und durch Autofahrer, die Preise vergleichen, beobachten und sich für das günstigste Angebot entscheiden, stark gedrückt werden. Die Botschaft ist klar, fast trotzig: Die Preiserhöhung an der Zapfsäule wird den Supermärkten keinen Geldsegen bescheren.
Die Spannungen mit der Regierung nehmen zu. Dominique Schelcher wirft ihr vor, den Einzelhandel zu „Sündenböcken“ zu machen, gerade in einer Zeit, in der der Staat versucht, die Haushaltskosten zu senken. Er kritisiert einen am 13. April beim Nationalen Verbraucherrat eingereichten Verordnungsentwurf, der die Gewinnspannen oberhalb eines bestimmten Preisniveaus deckeln würde. Wirtschaftsminister Roland Lescure erklärte, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts endgültig entschieden sei, was darauf hindeutet, dass das Thema weiterhin politisch heikel ist.
Der Streit um Centbeträge, den Erlass und die Verantwortlichkeiten
Schelcher hingegen setzt auf ein stilles Ende: Der Text sei ein „bürokratischer Albtraum“ ohne spürbare Auswirkungen für den Verbraucher. Seine Argumentation basiert auf einer simplen, fast intuitiven Idee, wenn man die sich täglich ändernden elektronischen Preisanzeigen beobachtet: Ist die Handelsspanne minimal, muss man sich die höheren Stufen der Lieferkette ansehen. Er beschuldigt daher die Raffinerien, nennt TotalEnergies als Beispiel und spricht von „Spielraum“ bei den Raffinerien. Als vernichtendes Beispiel führt er eine frühere Transaktion des Konzerns an und erwähnt einen Kapitalgewinn von einer Milliarde Dollar nach dem Kauf von sieben Öltankern zu Beginn des Nahostkonflikts.
In diesem Tauziehen drängt jede Seite die andere zum Ausstieg. Dominique Schelcher fordert die Ölkonzerne auf, „etwas günstiger“ zu verkaufen, damit die Preissenkung an der Zapfsäule spürbar wird. Die französische Regierung hat ihrerseits die Europäische Kommission bereits gebeten, die Raffineriemargen in Europa zu untersuchen und vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen das Fehlen von „Missbräuchen“ zu überprüfen. Unterdessen ist der Preis für Superbenzin (SP95-E10) leicht unter 2 Euro pro Liter gefallen – eine kurze Atempause, die nur eines bedeuten kann: Der nächste Preisanstieg ist nicht mehr fern.
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