Das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen (Bercy) startet ein „Blitzkraftstoffdarlehen“, um die Belastung kleiner Unternehmen an der Zapfsäule zu verringern.
Das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen (Bercy) startet ein „Blitzkraftstoffdarlehen“, um die Belastung kleiner Unternehmen an der Zapfsäule zu verringern.

Bei kleinen und mittelständischen Unternehmen, denen ständig der Treibstoff ausgeht, ist die Dringlichkeit spürbar. Am Freitag kündigte das Wirtschaftsministerium die bevorstehende Einführung eines Schnellkredits für Treibstoff an, der in Zusammenarbeit mit Bpifrance angeboten wird. Dieser soll die Liquidität kleiner Unternehmen sichern, die von den steigenden Treibstoffpreisen inmitten der Spannungen im Nahen Osten stark betroffen sind. Die Idee ist simpel, fast schon brutal: Schnell Geld bereitstellen, wenn die Dieselpreise die Gewinnmargen schmälern und die Rechnung zu einer endlosen Angelegenheit wird.

Konkret können förderfähige Kleinstunternehmen und KMU Kredite zwischen 5.000 € und 50.000 € zu einem Zinssatz von 3,80 % ohne Sicherheiten aufnehmen. Das Programm richtet sich vorrangig an die Bereiche Transport, Landwirtschaft und Fischerei, sofern Kraftstoff mindestens 5 % des Umsatzes ausmacht. Das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen verspricht ein unkompliziertes Verfahren: Nach der Genehmigung sollen die Mittel innerhalb von sieben Tagen über ein vollständig digitales Verfahren der Bpifrance eingehen. Schnell also, wie an der Kasse, aber mit klar definierten Teilnahmebedingungen.

Schneller Kredit, aber nicht ohne Aufsicht

Die Regierung möchte eine unkontrollierte Verteilung dieser Finanzspritze verhindern. Um unberechtigte Gewinne zu begrenzen, müssen Unternehmen seit mehr als einem Jahr bestehen und der Öffnung ihrer Konten zustimmen, wodurch Bpifrance Zugriff auf ihre Kontoauszüge der letzten Monate erhält. Der Rückzahlungsplan sieht eine Laufzeit von 36 Monaten vor, mit einer tilgungsfreien Zeit von 12 Monaten, um den Unternehmen Zeit zu geben, die größte finanzielle Belastung vor der Fälligkeit der letzten Rate abzubauen.

Gleichzeitig erhöht das französische Wirtschafts- und Finanzministerium (Bercy) den Druck auf die Raffinerien. Roland Lescure hat die Europäische Kommission aufgefordert, die Gewinnmargen der Raffinerien in Europa zu prüfen und sicherzustellen, dass keine Missbräuche vorliegen. Parallel dazu werden die Kontrollen an den Tankstellen verstärkt: Laut der Betrugsabteilung wurden bis zum 12. März über 630 Tankstellen kontrolliert und 5 % mit Strafen belegt. Im Spannungsfeld zwischen der Bereitstellung von Krediten zur Stützung der Wirtschaft und der Einführung von Kontrollmaßnahmen zur Eindämmung des Preisanstiegs versucht die Regierung, Zeit zu gewinnen und hofft, dass die Preissteigerungen nicht zur neuen Normalität werden.

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