Am 15. November empfing Papst Leo XIV. im Vatikan fast 200 Persönlichkeiten aus der Welt des Films. Während dieses beispiellosen Treffens teilte der Papst seine inspirierende Vision vom Kino mit, das er als unverzichtbares Instrument betrachtet, um Hoffnung zu schöpfen, Wahrheit zu vermitteln und die Wunden unserer Zeit zu heilen.
Kino, ein Spiegel der Wunden der Welt
Die Audienz im Clementinensaal des Vatikans brachte Schauspieler, Regisseure und Produzenten aus aller Welt zusammen. Unter ihnen waren Cate Blanchett, Monica Bellucci, Viggo Mortensen, Dario Argento und der amerikanische Filmemacher Spike Lee, der dem Papst ein Trikot der New York Knicks mit der Nummer 14 überreichte – eine Hommage an Leo XIV., den 14. Papst dieses Namens. Die Veranstaltung, über die unter anderem Vatican Media und Franceinfo berichteten, hatte zum Ziel, die Verbindungen zwischen künstlerischer Kreativität und menschlichen Werten zu ergründen.
In seiner Ansprache bekräftigte der Papst, dass Kino nicht nur eine Volkskunst, sondern auch ein „Labor der Hoffnung“ sei, das die menschliche Seele hinterfragen, ihr helfen könne, zu sich selbst zu finden, und die Zerbrechlichkeit des menschlichen Daseins klar erkenne. Er rief die Künstler dazu auf, die „Wunden der Welt“ – Gewalt, Exil, Armut, vergessene Kriege, Einsamkeit – nicht zu ignorieren, sondern sie mit Würde, Engagement und Mitgefühl darzustellen. Er betonte: „Großartiges Kino beutet den Schmerz nicht aus; es begleitet ihn, es erforscht ihn.“
Um seinen Standpunkt zu verdeutlichen, nannte der Papst vier Filme, die ihn durch ihre Menschlichkeit und ihre Botschaft der Hoffnung tief berührt hatten: „Ist das Leben nicht schön?“ von Frank Capra, „Meine Lieder – meine Träume“ von Robert Wise, „Eine ganz normale Familie“ von Robert Redford und „Das Leben ist schön“ von Roberto Benigni. Sie alle, so sagte er, hätten die Kraft, „unserem unvollständigen, hoffnungslosen Dasein wieder Sinn zu geben“.
Ein Plädoyer für Kultur und Künstler
Neben der Würdigung filmischer Werke betonte Leo XIV. die Wichtigkeit der Unterstützung kultureller Einrichtungen, die er als „das schlagende Herz unserer Gebiete“ bezeichnete. Er forderte die Institutionen auf, sich für Kino und Theater einzusetzen, da diese, in seinen Worten, zur „Humanisierung“ unserer Gesellschaften beitrügen.
Die Veranstaltung war laut einer offiziellen Erklärung Teil einer vatikanischen Initiative, die darauf abzielte, „die Möglichkeiten künstlerischen Schaffens zur Unterstützung der Mission der Kirche und zur Förderung menschlicher Werte zu erkunden“. Cate Blanchett lobte die Initiative und erklärte gegenüber der Presse, die Worte des Papstes seien „bemerkenswert“ und sollten Kulturminister weltweit inspirieren.
Diese Initiative erinnert an eine frühere, die Papst Franziskus im Juni 2024 ins Leben gerufen hatte und bei der Komiker wie Whoopi Goldberg und Jimmy Fallon zum Dialog mit der Kirche eingeladen wurden. Nur wenige Tage vor dem Wettbewerb Miss Universe Bei der Konferenz, die diesen Freitag, den 21. November, in Bangkok stattfindet, spielt der Papst auf die Schönheit an und greift die Worte auf, die am Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils gesprochen wurden – „Diese Welt braucht Schönheit, damit sie nicht in Verzweiflung versinkt“ – Leo XIV. bekräftigt die fundamentale Rolle der Künstler in der kollektiven Erzählung der Menschheit.