"Young Sherlock": Guy Ritchie schildert die turbulente Jugend des berühmten Detektivs
"Young Sherlock": Guy Ritchie schildert die turbulente Jugend des berühmten Detektivs

Siebzehn Jahre nach seinem Leinwand-Comeback mit Sherlock Holmes kehrt Guy Ritchie in die Welt des berühmten Detektivs zurück – und zwar mit einer Zeitreise. In der Serie „Young Sherlock“, die auf Prime Video verfügbar ist, konzentriert sich der britische Regisseur diesmal auf die Jugendjahre der von Arthur Conan Doyle erschaffenen Figur. Acht Episoden bieten eine moderne und dynamische Neuinterpretation der Ursprünge des Detektivs.

Diese Neuverfilmung präsentiert einen 19-jährigen Sherlock Holmes, der so gar nicht dem methodischen und selbstsicheren Ermittler entspricht, den die Öffentlichkeit kennt. Der junge Mann wirkt rau, undiszipliniert und mitunter sogar kleptomanischen Ursprungs. Die Geschichte beginnt mit seiner Entlassung aus dem Gefängnis, woraufhin ihn sein Bruder Mycroft als Kammerdiener an die Universität Oxford schickt, um ihm zu helfen, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Ein Sherlock, noch labil, aber bereits genial.

Sherlock kann es bald nicht mehr aushalten, an seinem angestammten Platz zu bleiben. Fasziniert von der akademischen Welt, dringt er in Vorlesungen ein und erregt mit seiner Intelligenz und seinen scharfen Beobachtungen Aufsehen. Doch schon bald gerät er in Schwierigkeiten: Er wird beschuldigt, ein unbezahlbares chinesisches Manuskript gestohlen zu haben. Um seine Unschuld zu beweisen, muss er einen komplexen Fall aufklären und den wahren Täter entlarven.

Die Serie vereint Ermittlungsarbeit, universitäre Verschwörung und Action. Die Erzählung bedient sich verschiedener Welten: Die Atmosphäre der Oxford-Studenten erinnert mitunter an Harry Potter, während die Spionagehandlung und einige Charaktere an zeitgenössische Serien wie Killing Eve anknüpfen. Der visuelle Stil vermittelt die Gedankengänge des jungen Holmes in rasantem Tempo und mit eindrucksvollen Bildern.

Eine neu erfundene Entstehungsgeschichte des Mythos

Wie so oft bei modernen Sherlock-Holmes-Adaptionen nimmt sich auch diese Geschichte Freiheiten gegenüber Arthur Conan Doyles Originaltexten heraus. Die Serie stellt insbesondere das Treffen zwischen Sherlock Holmes und James Moriarty an der Universität anders dar. Weit entfernt davon, der „Napoleon des Verbrechens“ zu sein, erscheint Moriarty hier als charismatischer Student, der zum Verbündeten des jungen Holmes wird und so den Grundstein für eine spätere Rivalität legt.

In der Hauptrolle verkörpert Hero Fiennes Tiffin diese noch immer labile Version des Detektivs. Bekannt durch seine Rolle in der romantischen Komödienserie „After“, trägt der Schauspieler die Serie mit einer Energie, die perfekt zu dieser feurigeren Interpretation der Figur passt.