Der deutsche Regisseur Wim Wenders hat die endgültige Entfernung einer Szene aus seinem Film Wrong Move von 1975 bekannt gegeben, in der die Schauspielerin Nastassja Kinski im Alter von nur 13 Jahren teilweise nackt zu sehen war. Damit endeten mehr als zehn Jahre Bemühungen der Schauspielerin, diese Änderung zu erreichen.
Ein Jahrzehnt unbeantworteter Anfragen
In einer gemeinsamen Erklärung, die Ende Juli auf der Website der Wim Wenders Stiftung veröffentlicht wurde, gab der 80-jährige Filmemacher bekannt, sich bei Nastassja Kinski entschuldigt und ihrem Wunsch entsprochen zu haben, die Szene zu streichen, gegen die sie über zehn Jahre lang gekämpft hatte. Ende Mai erklärte die inzwischen 65-jährige Schauspielerin in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung, sie habe 15 Jahre lang vergeblich versucht, den Regisseur zu einer Änderung des Films zu bewegen.
Anfang Juni kündigte Wim Wenders zunächst den vorübergehenden Rückzug des gesamten Films an und räumte ein, dass Nastassja Kinski zum Zeitpunkt der Dreharbeiten besser hätte geschützt werden müssen, bevor die beiden Künstler schließlich diese Vereinbarung trafen, die es ermöglichte, dass der Film ohne die umstrittene Szene weiter existieren konnte.
Ein fortlaufender Dialog mit deutschen Filminstitutionen
Die Wim-Wenders-Stiftung, die die Vertriebsrechte an dem Film hält, stellte klar, dass die neue Fassung Nastassja Kinski zur Verfügung gestellt wurde, damit sie diese vor der Veröffentlichung prüfen konnte. Beide Künstler äußerten die Hoffnung, dass das Andenken an den Film durch diesen Konflikt nicht länger getrübt werde und ihre langjährige Freundschaft wiederhergestellt werden könne.
Die Stiftung hatte außerdem ihre Absicht bekannt gegeben, einen breiteren Dialog mit deutschen Filminstitutionen über den Umgang mit kontroversen Werken des 20. Jahrhunderts zu führen – eine Überlegung, die nun über den Einzelfall von Faux Mouvement hinaus fortgesetzt werden muss.
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