They Will Kill You: ein abgedrehter Splatterfilm irgendwo zwischen John Wick und Tarantino
They Will Kill You: ein abgedrehter Splatterfilm irgendwo zwischen John Wick und Tarantino

Mit „They Will Kill You“ liefert Regisseur Kirill Sokolov ein ebenso exzessives wie unkontrollierbares Kinoerlebnis. Dieser Horror-Actionfilm mit Zazie Beetz in der Hauptrolle gehört zum Genre der Hybridproduktionen, die choreografierte Kämpfe, schwarzen Humor und exzessive Gewalt miteinander verbinden. Doch hinter dem Versprechen einer kathartischen Befreiung erweist sich das Ergebnis als ebenso faszinierend wie uneinheitlich.

Eine Fahndung nach Säure

Die Handlung lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Eine junge Frau findet sich in einem Hotel gefangen, das von einem satanischen Kult besetzt ist, der sie opfern will. Doch anders als die üblichen Opfer dieses Genres ist sie nicht wehrlos. Schnell eskaliert die Situation zu einem regelrechten Blutbad, in dem sich die Rollen umkehren.

Der Film nimmt daraufhin ein rasantes Tempo an und reiht Konfrontationen in beengten Räumen aneinander, die sich in blutige Schlachtfelder verwandeln. Die Umgebung wird zu einem Labyrinth aus Fallen und improvisierten Waffen, ganz im Stil der intensivsten Actionfilme. Doch hier wird alles auf die Spitze getrieben: Die Kämpfe sind brutaler, die Situationen absurder und der Humor bissiger. Der Film lebt seinen ungezügelten B-Movie-Charakter voll aus und kokettiert mitunter sogar mit der Parodie.

Eine großzügige Show… aber eine, die sich etwas verliert

Was sofort auffällt, ist die rohe Energie des Films. Man spürt den unbedingten Willen zu unterhalten, zu überraschen und die Grenzen des Grotesken und Exzesses auszuloten. Manche der bewusst provokanten visuellen Ideen rufen ebenso viel Lachen wie Abscheu hervor. Gore wird zu einer eigenen, fast spielerischen Sprache in einer Welt, in der nichts ernst genommen wird.

Doch diese Großzügigkeit schlägt schnell in Exzess um. Im unerbittlichen Streben nach mehr wirkt der Film überladen. Die Regie übertreibt es mit Effekten – Zeitlupe, Nahaufnahmen, aggressive Kamerafahrten – bis zur Erschöpfung. Manchmal hat man das Gefühl, jede Szene wolle die vorherige übertreffen und lasse der Erzählung keine Luft zum Atmen.

Letztendlich bleibt das Hauptproblem die fehlende Struktur. Die sehr einfache Geschichte verliert leicht an Schwung. Sobald die Handlung in Gang kommt, wiederholt sie sich und verleiht dem Film trotz seiner ausgefallenen Ideen eine langatmige Note.

Letztendlich ist „They Will Kill You“ ein rasanter Film, der Fans von visuellem Chaos und ungezügelter Action begeistern wird. Doch hinter seiner mitreißenden Energie verbirgt sich auch der Eindruck eines unkontrollierten Exzesses, wie ein Feuerwerk, das nie aufhört zu explodieren.

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