Ab 2027 stehen die beiden Hauptbühnen der Pariser Oper vor einem Jahrzehnt außergewöhnlicher Renovierungsarbeiten. Das Projekt mit dem Titel „Neue Ära, neue Luft“ sieht eine Renovierung von Bastille und Garnier im Wert von schätzungsweise 450 Millionen Euro vor, die größtenteils aus eigenen Einnahmen und Sponsoring finanziert wird, darunter ein bereits von Chanel zugesagter Scheck über 50 Millionen Euro. Das Ziel: die Modernisierung der veralteten Infrastruktur und die stärkere Öffnung der Bastille für die Stadt, mit neuen öffentlichen Räumen und einem Hauch von ökologischem Wandel, einschließlich der Installation von Solarmodulen. Kulturministerin Rachida Dati hat dieses Großprojekt in Angriff genommen, das nach Jahren der Verschiebung als unerlässlich dargestellt wurde. Der Rechnungshof hatte bereits 2024 auf die kumulierten Verzögerungen bei der Verwaltung des Vermögens der Institution hingewiesen. Über die Instandhaltung hinaus geht es darum, den Ort neu zu denken: die Bastille einladender zu gestalten, mit Ausstellungen, Restaurants und kulturellen Vermittlungen, während gleichzeitig die Bühnen, die Maschinerie, die Beleuchtung und der Bühnenkäfig der Garnier-Oper renoviert werden.
Ein präziser Zeitplan und Ticketing zur Erhaltung
Die Arbeiten werden gestaffelt bis 2032 durchgeführt, und zwar nach einem Zeitplan, der sicherstellen soll, dass den Zuschauern der Zutritt nicht völlig verwehrt wird. Zwischen 2027 und 2029 wird die Bühne des Garnier geschlossen und ihre Aktivitäten in die Bastille oder außerhalb der Mauern verlegt, während historische Führungen durch den Palast weiterhin möglich bleiben. Von 2028 bis 2030 beginnt dann die Umgestaltung der Bastille mit 4 m² neugestalteter Fläche. Das Garnier wird 600 wiedereröffnet, bevor die Bastille wiederum schließt; eine erneute Eröffnung ist zwei Jahre später geplant. Jedes Jahr begrüßt die Pariser Oper fast zwei Millionen Zuschauer und organisiert 2030 Vorstellungen. Es ist daher unmöglich, den Kartenverkauf einzustellen. Die Institution rechnet auch mit neuen privaten Geldern: Arop (Association pour le rayonnement de l'Opéra de Paris) hat bereits eine Spendenkampagne in Frankreich und international gestartet. Die Ateliers Berthier und die Tanzschule von Nanterre müssen warten, bis die beiden Großprojekte abgeschlossen sind, bevor sie auf ihre Chance hoffen können. Unterdessen bereitet sich die Pariser Oper auf eine Metamorphose vor, die sowohl ihre Geschichte als auch die kulturelle Planung der Hauptstadt prägen wird.