Nathalie Baye starb am Freitag, dem 17. April, im Alter von 77 Jahren. In über fünfzig Jahren Filmkarriere erkundete die Schauspielerin jedes Genre, von populären Thrillern bis hin zu großen Kunstfilmen, darunter intime Dramen und Komödien. Die vierfache César-Preisträgerin, darunter zwei Mal als Beste Hauptdarstellerin, hinterlässt ein immenses filmisches Erbe. Um die Bandbreite ihrer Karriere zu würdigen, folgen hier sechs Rollen, die ihre einzigartige Stellung im französischen Kino verdeutlichen.
Von seinen Anfängen bei Truffaut bis zu seiner Krönung in den 1980er Jahren
Einer ihrer ersten großen Wendepunkte lässt sich auf François Truffauts „Die amerikanische Nacht“ (Originaltitel: „Day for Night“) aus dem Jahr 1973 zurückführen. Noch eine junge Schauspielerin, fand sie eine Schlüsselrolle und eine prägende Begegnung mit einem Filmemacher, der sie später erneut inszenieren sollte. Sehr schnell entwickelte sie einen Schauspielstil, der zugleich schlicht, präzise und lebendig war und ihr einen festen Platz auf der Leinwand sicherte.
In den 1980er-Jahren startete ihre Karriere durch. Mit Jean-Luc Godards *Sauve qui peut (la vie)* gewann sie ihren ersten César. Es folgte Bob Swaims *La Balance*, ein Kassenschlager von 1982 mit über vier Millionen Zuschauern, in dem sie eine Prostituierte in einem packenden und populären Krimi verkörperte. Diese Rolle brachte ihr den César als Beste Hauptdarstellerin ein und festigte ihren Ruf. In dieser Zeit spielte sie auch in *Le Retour de Martin Guerre* an der Seite von Gérard Depardieu und bewies damit ihr Können in Historienfilmen und zeitgenössischen Dramen gleichermaßen.
Eine Schauspielerin, die Generationen zu überdauern vermag.
Nathalie Baye hat sich nie auf ein einziges Filmgenre festlegen lassen. 2002 spielte sie in Steven Spielbergs „Catch Me If You Can“ mit, was ihre internationale Bekanntheit weiter steigerte. Gleichzeitig arbeitete sie weiterhin mit einer Vielzahl französischer Regisseure zusammen, ohne dabei ihre Stärke einzubüßen: eine Präsenz, die gleichermaßen solide, einfühlsam und unmittelbar glaubwürdig war.
Diese Freiheit zeigt sich deutlich in den späteren Jahrzehnten ihrer Karriere. Sie beeindruckt nach wie vor in Xavier Beauvois’ *Der kleine Leutnant*, für den sie 2006 ihren vierten César erhielt, und auch in Xavier Dolans *Einfach das Ende der Welt*, wo sie eine überfürsorgliche, zerbrechliche und zutiefst berührende Mutter verkörpert. Viele weitere Titel ließen sich dieser Liste hinzufügen, so umfangreich ist ihre Karriere, doch diese sechs Filme verdeutlichen bereits den Kernpunkt: Nathalie Baye gehört zu den wenigen französischen Schauspielerinnen, die höchste Ansprüche, Popularität und Langlebigkeit vereinen, ohne jemals an Intensität einzubüßen.
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