„Das Seil um den Hals“: Ein spannender Thriller, inspiriert von einer wahren Geschichte
„Das Seil um den Hals“: Ein spannender Thriller, inspiriert von einer wahren Geschichte

Mit „With The Rope Around His Neck“ feiert Gus Van Sant ein bemerkenswertes Kino-Comeback. Der Film greift einen Fall auf, der Amerika Ende der 1970er-Jahre schockierte. Er läuft ab dem 15. April in den Kinos und verbindet dramatische Spannung mit einer kritischen Auseinandersetzung mit einer Gesellschaft, die von Geld und Medien beherrscht wird.

Eine Geiselnahme im Mittelpunkt einer bedeutenden Nachrichtengeschichte

Die Geschichte dreht sich um Tony Kiritsis, einen ruinierten Mann, der sich an dem Sohn des Börsenmaklers rächen will, den er für seine finanziellen Probleme verantwortlich macht. Es ist 1977 in Indianapolis: Er fesselt seine Geisel an ein Gerät, das mit einer Pistole verbunden ist, sodass jeder Fluchtversuch potenziell tödlich sein kann. Über 60 Stunden lang entfaltet sich die Situation vor den Augen der Kameras und fesselt die gesamte Nation.

Der Film lebt von dieser ständigen Spannung, die durch die Konfrontation zwischen Entführer und Opfer genährt wird. Tony, gespielt von Bill Skarsgård, wirkt gleichermaßen beunruhigend und verletzlich, getrieben von einem Gefühl der Ungerechtigkeit. Ihm gegenüber verkörpert Dacre Montgomery einen Geiselnehmer, gefangen in einem Konflikt, den er nicht kontrollieren kann. Die Erzählung bezieht nie eindeutig Stellung: Ob Täter oder Opfer des Systems, die Hauptfigur bleibt ambivalent.

Ein Film, der Gesellschaftskritik und Medienspektakel miteinander verbindet.

Jenseits der Spannung untersucht Gus Van Sant, was diese Affäre offenbart. Durch die massive Medienberichterstattung über die Geiselnahme zeigt der Film eine Gesellschaft, die vom Spektakel der Gewalt fasziniert ist und in der sich jeder gezwungen sieht, Stellung zu beziehen. Der Filmemacher beleuchtet so die Exzesse eines Wirtschafts- und Mediensystems, das eine menschliche Tragödie zu einem live übertragenen Ereignis macht.

Die Inszenierung verstärkt diesen Eindruck durch die Nahaufnahme der Gesichter und den hektischen Schnittstil, der an Schnappschüsse erinnert. Der Regisseur fügt einen bisweilen skurrilen Ton hinzu, indem er Humor und Spannung vermischt, um das Unbehagen zu steigern.

Mit „The Rope Around the Neck“ liefert Gus Van Sant einen effektiven Thriller, aber auch einen umfassenderen Film über sozialen Zorn und die Grenzen des amerikanischen Traums, der zeigt, wie ein gewöhnlicher Mann angesichts eines Systems, das er als ungerecht empfindet, zusammenbrechen kann.

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