Laut Schätzungen der NGO Transport and Environment (T&E) flogen im vergangenen Jahr 750 Privatjets Stars und Hollywood-Studiobosse zur Croisette – das entspricht einem Kerosinverbrauch von 200.000 Tonnen oder dem Treibstoffverbrauch für 14.000 Passagiere zwischen Paris und Athen, wie Jérôme du Boucher, stellvertretender Leiter der Luftfahrtabteilung bei T&E, gegenüber der AFP erklärte. Anlässlich der 79. Filmfestspiele von Cannes ruft eine Gruppe von Umweltaktivisten Filmschaffende dazu auf, auf Züge oder Economy-Class-Flugzeuge umzusteigen. Als Beispiel nennen sie den Schauspieler Pedro Pascal, der 2025 mit einem Linienflug in der Economy Class nach Cannes reiste. „Es gibt keinen Grund, warum andere das nicht auch tun sollten“, sagte Katie Thompson, ehemalige Privatpilotin und Unterzeichnerin des Appells, gegenüber der AFP.
Angesichts der globalen Energiekrise ist das Problem noch dringlicher.
Der Appell kommt zu einem besonders angespannten Zeitpunkt. Der Krieg im Nahen Osten hat eine globale Energiekrise ausgelöst, und die iranische Blockade der Straße von Hormus dauert nun schon vier Monate an. Viele Länder werden Treibstoff rationieren, in Frankreich wurden bereits über 500 Flüge gestrichen, und laut Jérôme du Boucher könnten in Deutschland während der Sommerferien bis zu 20 Millionen Passagiere von Flugausfällen betroffen sein. Vor diesem Hintergrund fordern die Unterzeichner des Appells ein vollständiges Verbot von Privatjets. „Dass Reiche und Berühmte immer knapper werdenden Treibstoff verbrauchen, um zu einem Filmfestival zu reisen, ist nicht nur ein Zeichen von Blindheit, sondern obszön“, sagte Anthony Viaux, ehemaliger Air-France-Pilot und einer der Unterzeichner, gegenüber der AFP. „Es ist doch völlig klar, dass dieses Kerosin für wichtigere Zwecke reserviert sein sollte“, fügte Jérôme du Boucher hinzu.
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