UNTERNEHMENSKULTUR Kino

Eva Trobisch filmt eine deutsche Familie während einer im Fernsehen übertragenen Talentshow.

Eva Trobisch filmt eine deutsche Familie während einer im Fernsehen übertragenen Talentshow.
Eva Trobisch filmt eine deutsche Familie während einer im Fernsehen übertragenen Talentshow.

Der zweite Spielfilm der deutschen Regisseurin Eva Trobisch, Home Stories, ist ein Ensemblefilm, der sich auf drei Generationen derselben Familie konzentriert und am 29. Juli in den französischen Kinos anlief. Sieben Jahre nach As If Nothing Happened, der sich mit dem Thema Vergewaltigung auseinandersetzte, untersucht sie nun die anhaltenden Auswirkungen eines Deutschlands, das von seiner jüngeren Geschichte geprägt ist.

Ein Teenager-Mädchen auf der Suche nach Anerkennung

Der Film erzählt die Geschichte der 16-jährigen Léa, die mit ihrem jüngeren Bruder, ihren frisch geschiedenen Eltern und einer von ihr bewunderten Tante zusammenlebt und sich auf die Teilnahme an einem Gesangswettbewerb im Fernsehen vorbereitet. Gleichzeitig betreiben ihre Großeltern ein Hotel mitten in den Wäldern der ehemaligen DDR – ein Hotel mit einer glorreichen Vergangenheit, das nun vom Bankrott bedroht ist. In diesem Umfeld sucht jedes Familienmitglied seinen Platz und seine Zukunft.

Unter der Führung der jungen Schauspielerin Frida Hornemann, die hier ihre allererste Filmrolle spielt, sowie erfahreneren Schauspielern wie Max Riemelt und Eva Löbau, entstand die Geschichte aus einem unerwarteten Moment: Die bettlägerige und kranke Eva Trobisch war beim Ansehen einer Talentshow tief bewegt von der Reaktion einer Familie hinter der Bühne, mehr noch als von der Darbietung der Kandidatin selbst.

Greiz, eine Stadt, die die deutsche Wiedervereinigung symbolisiert

Als Schauplatz für ihre Geschichte wählte die Regisseurin die Stadt Greiz in Thüringen, die sie dank ihres Großvaters entdeckt hatte. Es ist eine Stadt in der ehemaligen DDR mit eleganten, heute verlassenen Jugendstilboulevards, deren Landschaft noch immer die sichtbaren Spuren der historischen und sozialen Umwälzungen der Wiedervereinigung widerspiegelt.

Nach zwei Spielfilmen, die sich jeweils um eine einzige Figur drehten, wollte Eva Trobisch zum ersten Mal eine chorische Erzählung erkunden und dabei sowohl Innenräume als auch den umliegenden Wald nutzen, um die Entwicklung der Gefühle jedes einzelnen Familienmitglieds darzustellen.

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