Diebstahl im Louvre – Laurence des Cars verteidigt ihre Entscheidungen angesichts der Strenge des Rechnungshofs
Diebstahl im Louvre – Laurence des Cars verteidigt ihre Entscheidungen angesichts der Strenge des Rechnungshofs

Drei Wochen nach dem spektakulären Diebstahl königlicher Juwelen aus dem Louvre reagierte die Museumspräsidentin Laurence des Cars am Freitag, dem 7. November, auf die scharfe Kritik des Rechnungshofs vom Vortag. Der Gerichtshof bemängelte einen unausgewogenen Führungsstil und kritisierte, dass Kunstankäufen Vorrang vor der Sicherheit eingeräumt worden seien. Die Präsidentin wies diese Vorwürfe zurück und kündigte die sofortige Umsetzung neuer Sicherheitsmaßnahmen an.

Der Rechnungshof befand das Management als unausgewogen.

In seinem am 6. November veröffentlichten Bericht kritisierte der Rechnungshof die Museumsleitung für die Vernachlässigung von Sicherheitsinvestitionen im Zeitraum von 2018 bis 2024. In diesem Zeitraum wurden 169 Millionen Euro für Kunstankäufe und die Entwicklung von Museumsräumen bereitgestellt, verglichen mit lediglich 87 Millionen Euro für die allgemeine Instandhaltung. Diese Budgetentscheidungen, die als zu stark auf „sichtbare“ und „kostspielige“ Projekte ausgerichtet angesehen wurden, interpretierte der Gerichtshof als fehlende Prioritätensetzung, insbesondere im Hinblick auf den Schutz von Kunstwerken.

Der Gerichtshof kritisiert zudem die schleppende Reaktion des Louvre auf wiederholte Warnungen vor dem veralteten Sicherheitssystem. Ein 2017 von der französischen Cybersicherheitsbehörde ANSSI veröffentlichter Prüfbericht hatte die Schwächen des Systems bereits aufgedeckt, doch konkrete Schritte wurden erst 2025 mit einer neuen, noch in der Prüfung befindlichen Ausschreibung eingeleitet. Das Modernisierungsprojekt mit dem Namen „Louvre – Neue Renaissance“ wird laut dem Präsidenten des Rechnungshofs, Pierre Moscovici, auf 1,15 Milliarden Euro geschätzt – deutlich mehr als die ursprünglich genannten 700 bis 800 Millionen Euro.

„Der Louvre ist ein Ganzes“: Laurence des Cars verteidigt ihre Strategie

Auf Einladung von Franceinfo verteidigte Laurence des Cars ihre Gesamtvision für das Museum: „Der Louvre ist ein Ganzes, in dem wir Renovierungen, Neuerwerbungen und die Besucherbetreuung nicht gegeneinander ausspielen dürfen.“ Sie ist der Ansicht, dass das Gericht „zu hart urteilt“, und betonte, dass das Museum alle seine Aufgaben erfüllt habe. Die Präsidentin hob zudem die sofortige Einführung des neuen Sicherheitskonzepts hervor, das unter anderem die Modernisierung der Ausrüstung, insbesondere des Videoüberwachungssystems, vorsieht, welches als eine der Schwachstellen des Museums identifiziert wurde.

Laurence des Cars, seit 2021 im Amt, hatte nach dem Diebstahl am 19. Oktober mit Rücktritt gerechnet, dieser wurde jedoch abgelehnt. In ihrer Rolle als Direktorin des Museums bestätigt, erklärte sie, sie wolle „die Transformation des Louvre vorantreiben, damit er sich vollständig zu einem Museum des 21. Jahrhunderts entwickelt“. Laut AFP behauptet die Museumsleitung, „die meisten Empfehlungen“ des Rechnungshofs zu akzeptieren, gleichzeitig aber die bereits unternommenen Anstrengungen nicht anzuerkennen.

Am selben Tag enthüllte RTL, dass der Anfang September 2025 unterzeichnete Leistungsvertrag trotz der strategischen Bedeutung der Sicherheit keinerlei Hinweis auf das Diebstahlrisiko enthielt. Auf Antrag der Kulturministerin Rachida Dati wurde am Freitag eine außerordentliche Vorstandssitzung einberufen, um die Museumsführung zu überprüfen.

Die gestohlenen Juwelen, deren Wert auf 88 Millionen Euro geschätzt wird, sind weiterhin verschwunden. Vier Personen wurden in dem Fall angeklagt, und der Skandal erschüttert nach wie vor das meistbesuchte Museum der Welt.

Was sollten wir uns schnell merken?

Drei Wochen nach dem spektakulären Diebstahl königlicher Juwelen aus dem Louvre-Museum reagierte die Präsidentin des Museums, Laurence des Cars, diese Woche.