Die Stiftung für Kulturerbe hat sich zum Ziel gesetzt, die Art und Weise, wie die Franzosen ihre Denkmäler entdecken, zu verändern. Anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens in der Orangerie des Schlosses von Versailles kündigte Kulturministerin Catherine Pégard eine neue Initiative an: einen „Kulturerbe-Pass“, der den Zugang zu Hunderten von Kulturstätten im ganzen Land ermöglicht. Der Pass, der sowohl als Instrument zur Entdeckung als auch zur Finanzierung von Kulturerbeprojekten konzipiert ist, soll im September 2026 eingeführt werden.
Ein Jahresabonnement zur Entdeckung von Denkmälern und weniger bekannten Orten
Dieser Pass, der ab den Europäischen Tagen des Denkmals am 19. und 20. September 2026 erhältlich sein wird, wird als Jahresmitgliedschaft der Stiftung für Kulturerbe angeboten. Der endgültige Preis steht noch nicht fest, wird aber laut Angaben der Stiftung gegenüber AFP und Ouest-France voraussichtlich bei rund 100 Euro liegen.
Die Initiative wird den Zugang zu fast 500 Orten im ganzen Land ermöglichen. Darunter befinden sich berühmte Monumente wie Versailles, Chambord, Fontainebleau, Vaux-le-Vicomte, Chantilly, Azay-le-Rideau und die Villa Ephrussi de Rothschild. Das Projekt möchte aber auch weniger bekannte Orte, insbesondere in ländlichen Gebieten, in den Fokus rücken, wie beispielsweise das Maison Rozier im Puy-de-Dôme, das Maison de Colette im Département Yonne, La Devinière – Musée Rabelais und Le Four des Casseaux in der Haute-Vienne.
Ein Instrument zur Finanzierung der Denkmalpflege
Neben dem Zugang zu Besichtigungen soll der Pass auch zur Finanzierung der Instandhaltung von Partnerstätten beitragen. In einem Interview mit Ouest-France erklärte Alexandre Giuglaris, Generaldirektor der Heritage Foundation, dass das Ziel sowohl darin bestehe, die Besucherzahlen zu erhöhen als auch zusätzliche Einnahmen für die Denkmäler zu generieren.
Mitglieder können zudem an speziellen Veranstaltungen an von der Stiftung geförderten Orten teilnehmen, wie beispielsweise Konferenzen, Konzerten oder Sonderführungen. Inspiriert vom Modell des britischen National Trust, der jährlich mehrere Millionen Mitglieder vereint, markiert dieses Projekt einen neuen Meilenstein für die Heritage Foundation. Diese gibt an, seit ihrer Gründung 1996 über 46.000 Denkmalschutzprojekte unterstützt und ihre Ressourcen bis 2025 dank Rekordspenden und des Erfolgs der Heritage Lottery, die insbesondere von Stéphane Bern maßgeblich gefördert wurde, deutlich gestärkt zu haben.
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