Neun Monate nach dem Louvre-Raub wird die Apollo-Galerie wiedereröffnet – allerdings ohne ihre Juwelen. (Louvre)
Neun Monate nach dem Louvre-Raub wird die Apollo-Galerie wiedereröffnet – allerdings ohne ihre Juwelen. (Louvre)

Die Apollo-Galerie im Louvre öffnet am Mittwoch wieder ihre Pforten, neun Monate nach dem spektakulären Raubüberfall, der zu ihrer Schließung führte. Besucher können dann wieder Gemälde, Skulpturen und vergoldete Dekorationen bewundern, die Vitrinen und der dort ausgestellte Schmuck wurden jedoch vollständig entfernt.  

Eine Galerie wurde wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, aber ihrer wertvollen Sammlungen beraubt.

Die Sammlungen und wertvollen Objekte, die sich nach dem Diebstahl noch in der Galerie befanden, wurden entfernt. Der Raum wird nun wieder seiner historischen Funktion als „Staatsgalerie“ dienen und sich auf seine Architektur und monumentale Ausstattung anstatt auf die Präsentation von Juwelen konzentrieren. Kulturministerin Catherine Pégard wird voraussichtlich an der Wiedereröffnung teilnehmen. Christophe Leribault, Präsident des Louvre, bestätigte die Entfernung der wertvollen Werke und die Änderung der Funktion der Galerie.  

Acht Juwelen am helllichten Tag gestohlen

Am 19. Oktober 2025 drang ein Kommando mit einem mit einer Hebebühne ausgestatteten Lkw in die Apollo-Galerie ein. Die Täter gelangten von außen durch die Fenster in das Museum, das am helllichten Tag stand. Acht französische Kronjuwelen wurden gestohlen. Der Louvre schätzte ihren Gesamtwert auf 88 Millionen Euro. Neun Monate nach dem Diebstahl gelten die Juwelen weiterhin als verschollen. Der Raub führte zur sofortigen Schließung des Museums und anschließend zu einer längeren Schließung der Galerie. Das Museum öffnete einige Tage später wieder, der vom Diebstahl betroffene Raum blieb jedoch während der gesamten Ermittlungs-, Reparatur- und Sicherheitsmaßnahmen für die Öffentlichkeit gesperrt.

Der restliche Schmuck wurde an anderer Stelle aufbewahrt.

Die nicht gestohlenen Stücke kehren nicht in die Apollo-Galerie zurück. Der Louvre plant, ihnen einen neuen, hochgesicherten, fensterlosen Raum in einem anderen Teil des Museums zu widmen. Dieser zukünftige Tresorraum erfordert umfangreiche Bauarbeiten. Sein endgültiger Standort ist noch nicht bekannt, und die Finanzierung muss noch gesichert werden. Ein konkreter Termin für die öffentliche Präsentation der umgesiedelten Juwelen wurde noch nicht genannt.  

Ein königliches Ambiente, entworfen für Ludwig XIV.

Die Apollogalerie zählt zu den bemerkenswertesten Kunstensembles des Louvre. Nach dem Brand, der 1661 die Petite Galerie zerstörte, beauftragte Ludwig XIV. den Architekten Louis Le Vau mit ihrem Wiederaufbau. Charles Le Brun entwarf daraufhin ein prachtvolles Dekorationskonzept, das der Sonne, dem vom jungen Monarchen gewählten Emblem, gewidmet war. Die Galerie diente als Vorbild für den Spiegelsaal im Schloss Versailles. Lange Zeit unvollendet, wurde sie im 19. Jahrhundert, insbesondere durch Eugène Delacroix, den Schöpfer der immensen Komposition, vollendet. Apollon vainqueur du serpent Python mittig an der Decke angebracht.  

Eine Wiedereröffnung, die endgültig mit den alten Schaufenstern abschließt.

Vor dem Einbruch präsentierten drei 2019 installierte Vitrinen die Kronjuwelen, geordnet nach den wichtigsten historischen Epochen: dem Ancien Régime, dem Ersten Kaiserreich und der Restauration sowie dem Zweiten Kaiserreich. Sie hatten veraltete und schwer zu bedienende Geräte ersetzt. Ab Mittwoch werden diese Vitrinen verschwunden sein. Das Publikum kann die Apollo-Galerie dann zwar wieder wegen ihrer Dekorationen bewundern, nicht aber wegen der Diamanten und Juwelen, die diesen Raum zu einem der wertvollsten im Louvre gemacht hatten.